Intensivstation

Krisenstufe 5

Wien verschiebt ab sofort Operationen

Ab sofort werden planbare Operationen verschoben oder an Private ausgelagert.

Wien. Allein die nackten Zahlen spiegeln die Dramatik der vierten Corona-Welle in Wien wieder: Brachte das Virus anfangs einen von zehn Spitalspatienten in die Intensivstation, ist es derzeit schon einer von drei, wie aus den jüngsten Zahlen des Gesundheitsressorts von Peter Hacker hervorgeht.

Derzeit sind inklusive der Privatspitäler in Wien 88 PatientInnen in Intensivbehandlung, 201 liegen auf Normbalbetten – die Stadt hat deshalb am Montag die Stufe 5 von 9 des Krisenplans aktiviert: Es werden 139 Intensivbetten für Corona-Fälle bereitgehalten, 299 Normalbetten sind reserviert.

Ungeimpfte sorgen für OP-Verschiebungen

Das wirklich Dramatische: Die städtischen Spitäler – vielfach zu Recht etwa von der Ärztekammer kritisiert, weil sie insgesamt sowieso zu schlecht ausgestattet sind – müssen ab sofort planbare Operationen verschieben oder an private Spitäler wie die Ordenskrankenhäuser auslagern.

Zu „verdanken“ haben das geimpfte PatientInnen, die etwa jetzt eine Hüft-OP verschieben müssen und monatelang weiter auf Schmerzmittel angewiesen sind, eindeutig den Ungeimpften: Laut WIGEV sind in den Spitälern derzeit 93 Prozent der IntensivpatientInnen Ungeimpfte, bei den NormalpatientInnen beträgt der Anteil 80 Prozent.

Auch spannend: Weil die Altersgruppe 80 plus gut durchgeimpft ist, ist sie kaum in Intensivbetten vertreten – dort liegt das Durchschnittsalter längst bei unter 55 Jahren... Josef Galley 



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