Zelle angezündet: Prozess wiederholt

Wahrspruch war ausgesetzt

Zelle angezündet: Prozess wiederholt

34-Jähriger wegen versuchten Mordes vor Gericht – In erster Schwurverhandlung war Wahrspruch ausgesetzt worden

Am Donnerstag wird am Wiener Landesgericht der Schwurprozess gegen einen 34-jährigen Algerier wiederholt, der am 16. Oktober 2016 seine Zelle in der Justizanstalt (JA) Josefstadt angezündet hatte. Die Anklage lautet auf versuchten Mord. Der Mann war bereits im vergangenen August vor Geschworenen gestanden - die drei Berufsrichter setzten damals deren Wahrspruch wegen Irrtums der Geschworenen aus.
 
Die Laienrichter hatten mehrheitlich den Tötungsvorsatz verneint. Der Algerier hatte in einer Vier-Personen-Zelle eine Matratze angezündet, um seine Verlegung in einen anderen Haftraum zu erzwingen. Er war mit seinen Mitgefangenen nicht zufrieden, da er sich aufgrund sprachlicher Barrieren nicht mit ihnen verständigen konnte. Bei dem Brand wurden die drei Mitgefangenen schwer, einer sogar lebensgefährlich verletzt. Elf Justizwachebeamte erlitten Rauchgasvergiftungen und mussten im Spital behandelt werden. Die angezündete Zelle wurde komplett zerstört. Sachschaden: 50.000 Euro.
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