Nach 40 Jahren: ÖVP-Urgestein Tiller geht

Wien-Döbling

Nach 40 Jahren: ÖVP-Urgestein Tiller geht

Wiener Bezirks-Chef Adolf Tiller gibt seinen Rückzug bekannt.
Er gilt als eine Art Vorsteher-Methusalem: Adolf Tiller (ÖVP) ist seit fast 40 Jahren Bezirkschef in Wien-Döbling. Nun hört der 79-Jährige allerdings auf. Mit Ende Oktober wird er sein Amt dem erst 33-jährigen Daniel Resch, derzeit Vorsteher-Stellvertreter, übergeben. Das sagte Tiller am Rande eines Medientermins am Montag. Er sprach gegenüber der APA von einem "echten Generationenwechsel".
 
Tiller steht seit vier Jahrzehnten an der Spitze des 19. Bezirks. Am 6. Dezember 1978 wurde er als Döbling-Chef angelobt. Beim vorangegangenen Urnengang war es ihm gelungen, den Bezirk der SPÖ abspenstig zu machen. Seither ist der 19. fixe ÖVP-Hochburg.
 

Wehmut

Für seinen Abgang führt der nach wie vor vital wirkende Tiller sein Alter ins Treffen. Außerdem brauche sein Nachfolger genügend Zeit, um sich vor der für 2020 geplanten Wien-Wahl im Bezirk einen Namen zu machen: "Die Bürger müssen ihn kennen." Die "harmonische" Amtsübergabe findet am 31. Oktober im Zuge einer Bezirksvertretungssitzung statt.
 
"Ein bissl Wehmut" sei schon dabei, räumte Tiller ein. Aber er habe viel für den Bezirk erreicht - von inzwischen sechs Pensionistenheimen bis hin zur öffentlichen Anbindung des Cobenzl, nannte der scheidende Vorsteher Beispiele. Das Parkpickerl wird Döbling unter Tiller aber wohl nicht mehr bekommen. Der Bezirk möchte ein solches bekanntlich nur am Nachmittag - zwischen 14.00 und 19.00 Uhr - einführen, wovon Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou (Grüne) mit Verweis auf kaum zu erzielende Effekte. Ein persönliches Gespräch diesbezüglich sei weiterhin ausständig, beklagte der Bezirksvorsteher heute.
 
Tiller ist ein schwarzes Urgestein. Bereits Ende der 1960er-Jahre wurde er Bezirksrat in Döbling. Da hatte er bereits die Tankstelle seines Vaters übernommen, die er in einen Reifenhandel umbaute. Tiller ist zudem ÖVP-Bezirksparteiobmann. Das will er nach seinem Abgang als Bezirksvorsteher auch weiterhin bleiben, hielt er heute fest.

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