Voggenhuber geht jetzt wirklich

Grünes EU-Urgestein

Voggenhuber geht jetzt wirklich

Die Grünen verbieten ihrem langjährigen EU-Parlamentarier auch, auf der Salzburger Liste anzutreten. Nun gibt er auf.

Der Grüne EU-Abgeordnete Johannes Voggenhuber gibt endgültig auf. Auch seinen Fans rät er, die Niederlage zu akzeptieren. "Ich habe mich zweimal gestellt, ich habe zweimal verloren und damit ist dieser Prozess abgeschlossen und muss von allen Seiten akzeptiert werden", so Voggenhuber am Sonntag. Die Idee seiner Unterstützer, ihn über ein Salzburger Landesticket doch noch auf die grüne Kandidatenliste für die EU-Wahl am 7. Juni zu hieven, hat sich damit auch erledigt.

Hilfe aus Salzburg gescheitert
Der Salzburger Grünen-Chef Cyriak Schwaighofer wollte Voggenhuber über einen Salzburg-Platz auf die Liste bekommen, nachdem der Bundesvorstand am Freitag mit 17 zu 12 Stimmen eine Kandidatur abgelehnt hatte. Davor war Voggenhuber schon beim Bundeskongress, der über die ersten sechs von 42 Listenplätzen abgestimmt hat, in einer Kampfabstimmung an Ulrike Lunacek gescheitert.

"Keine Berücksichtigung"
Aus der Bundespartei kam am Sonntag wieder eine klare Abfuhr. "Ich habe einen Auftrag des Erweiterten Bundesvorstandes und der heißt: Keine Berücksichtigung Voggenhubers auf der Liste", deponierte Bundesgeschäftsführerin Michaela Sburny und forderte Voggenhubers Unterstützer auf, das Ergebnis zu akzeptieren.

Pilz und Chorherr sehr sauer
Ob die parteiinterne Kritik damit verstummen wird, wird sich zeigen. Die Fans Voggenhubers sind gar nicht so wenige und gar nicht so stille. Sicherheitssprecher Peter Pilz findet z.B., die Grünen hätten sich "lächerlich" gemacht, da sie sich vor Stimmen für den langjährigen EU-Parlamentarier offenbar fürchteten: "Eine Politik der Befindlichkeiten hat über eine Politik, die Wahlen gewinnen will, gesiegt." Ex-Parteichef Christoph Chorherr dazu bitter: "Wo für mich der Rubikon überschritten ist: Einem, der knapp nicht Erster wurde, nicht zu gestatten, am letzten Platz zu kandidieren."

Grüne Teflonschicht
Auch Voggenhuber ließ zum Ausklang seinem Unmut freien Lauf. Er warf der Parteiführung vor, seine Ablöse bereits seit Monaten vorbereitet und die Basisdemokratie aus dem Programm gestrichen zu haben. Die Parteiführung habe es sich "zu ihrem ersten Projekt gemacht", ihn zu beseitigen. Er sei in Brüssel "etwas ab vom Schuss" gewesen und habe keinen internen Wahlkampf gemacht. Den Vorwurf, seine Abwahl durch öffentliche Kritik selbst verursacht zu haben, wies er zurück: Er habe Kritik auch intern geäußert, sei dabei aber "auf eine Teflonschicht gestoßen".

Keine Gegenkandidatur
Eine Gegenkandidatur bei der EU-Wahl schloss Voggenhuber aus, will die Grünen im Wahlkampf aber auch nicht unterstützen: "Es ist nicht Sache von abgewählten, sondern von gewählten Abgeordneten, einen Wahlkampf zu schlagen." Seine persönliche Zukunft ließ er offen. Nur so viel: "Das Engagement bei den Grünen ist damit nach langen und vielen Jahren abgeschlossen."

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