Weniger Arbeitskräfte aus neuen EU-Ländern

Befürchtungen falsch

Weniger Arbeitskräfte aus neuen EU-Ländern

Einem Bericht der ECAS zufolge ist der Zuzug von Arbeitskräften aus Polen und den Baltischen Staaten rückläufig.

Der Zuzug von Arbeitskräften aus den 2004 beigetretenen EU-Staaten nach Österreich geht zurück. Das geht aus dem neuen Bericht der European Citizen Action Service (ECAS) zur Arbeitsmigration innerhalb der EU hervor, der am Dienstag in Brüssel veröffentlicht wurde. Die "Netto-Immigration" aus den östlichen Nachbarländern, Polen und den Baltischen Staaten betrug laut den letzten verfügbaren Daten 6.425 Menschen, gegenüber 8.396 im Jahr 2005. Zugenommen haben die Arbeitsbewilligungen für Rumänen.

Befürchtungen übertrieben?
Die Organisation, die sich seit Jahren für ein Ende der Beschränkungen für Arbeitskräfte aus neuen Mitgliedstaaten einsetzt, sieht den Bericht als Beweis für übertriebene Befürchtungen in Zusammenhang mit dem EU-Beitritt von Rumänien und Bulgarien 2007. Die große Emigrationswelle aus den beiden Ländern habe bereits vor dem EU-Beitritt stattgefunden und hauptsächlich Griechenland, Italien, Spanien und Portugal betroffen.

Zwischen 1996 und 2000 stieg die Zahl der Emigrationen aus Rumänien von zuvor drei auf sieben Prozent, heißt es in dem Bericht. Mit der Freigabe der Kurzfrist-Visa für die EU 2002 schnellte die Arbeitsmigration auf 28 Prozent hinauf, die rumänische Regierung reagierte daraufhin mit strengeren Vorschriften für die Ausreise.

12 Prozent der Bevölkerung Rumäniens arbeitet im Ausland
Laut Schätzungen arbeiten derzeit mehr als 2,5 Mio. Rumänen im Ausland - mehr als zwölf Prozent der Bevölkerung was dazu führt, dass allein dem rumänischen Bausektor 300.000 Arbeitskräfte fehlen, so die Autoren.

Nur rund zwei Prozent der Europäer mobil
"Dieser Bericht sollte endlich mit dem Mythos des polnischen Installateurs aufräumen", so ECAS-Chef Tony Venables in einem Pressestatement. Auch nach der jüngsten Erweiterung lebten nur rund zwei Prozent aller Europäer in einem anderen als ihrem Heimatland. Der Bericht zeige gleichzeitig, dass sich die Lage beruhigt und die Verteilung heute besser sei als zuvor.

Meisten Zuwanderer aus Polen und der Slowakei
Laut österreichischen Daten zu den 2004 beigetretenen EU-Ländern stammten 2005 die größten Gruppen aus Polen und der Slowakei. Laut AMS stammten die der 7.149 Arbeitskräfte, die im Juli 2007 einen Job fanden, aus Ungarn (1.829) und Polen (1.770). Ihre Zahl ist aber im Jahresvergleich rückläufig, während die Vermittlung von Rumänen um 135 Prozent auf 1.021 stieg.

Zuzug von Bulgaren und Rumänen noch beschränkt
Österreich hat - ebenso wie 17 andere EU-Staaten - beim Beitritt von Rumänien und Bulgarien seinen Arbeitsmarkt für Arbeitskräfte aus den beiden Ländern beschränkt. Die Autoren weisen auf den "chronischen Fachkräftemangel" hin, mit dem das Land kämpfe und etwa Pflegekräfte illegal beschäftige. Die geplant Öffnung bestimmter Sektoren für Fachkräfte sollte aber in Zukunft Abhilfe schaffen.

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