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Nach NS-Grabrede

Aus für umstrittenen Uni-Rat Pendl

Bildungsministerin Elisabeth Gehrer (ÖVP) hat den umstrittenen Rat der Medizinischen Universität Wien, Gerhard Pendl, abberufen.

Der entsprechende Bescheid sei am Donnerstag abgefertigt worden, so Gehrer am Rande einer Pressekonferenz am Freitag. Pendl habe nach dem Erhalt des Schreibens nun sechs Wochen Zeit, gegen die Entscheidung beim Verwaltungsgerichtshof zu berufen.

Grabrede als Stein des Anstoßes
Die MUW hatte die Abberufung Pendls wegen dessen Grabrede für den vom NS-Regime hoch dekorierten Luftwaffenoffizier Walter Nowotny Mitte November verlangt. Pendl hatte in der Rede betont, es sei "unsere Pflicht, gegen die seelischen Narben der Gutmenschen, die auch die Toten nicht in Ruhe lassen, aufzuzeigen, dass es doch noch ein Fähnlein gibt in diesen deutschen Landen, die unsere unschuldigen Soldaten und ihren furchtbaren Tod nicht vergessen oder gar herabwürdigen". Politische Gegner bezeichnete er als "RAF-Sympathisanten" (Rote Armee Fraktion, Anm.), "Generation der Widersacher der Kriegsgeneration" sowie "Generation der Zivildiener und Störer der Totenruhe".

Linker Meinungsterror
Strache, dessen Partei Pendl als Uni-Rat nominiert hat, hatte zuvor Gehrer wegen der Abberufung des "unbescholtenen, international hochrenommierten Universitätsprofessor Pendl" kritisiert und ihr vorgeworfen, "reflexartig mit ein paar verwirrten Linkslinken ein Geheul anzustimmen". Für den FP-Obmann versuche man, Pendl " einen Strick zu drehen" für eine Rede an einem Grab, an dem jahrzehntelang das Gardebataillon des österreichischen Bundesheers eine Ehrenwache gehalten habe und das von der Wiener SPÖ als Ehrengrab gewidmet wurde. "Das ist eine künstliche Diskussion, wo man versucht, auf dem Rücken der Gefallenen politisches Kleingeld zu machen", so Strache. "Wir werden diesem linken Meinungsterror begegnen. Es kann nicht sein, dass man in einer freien Demokratie so mit Menschen umgeht, Menschen so diffamiert und letztlich auch eine ganze Kriegsgeneration versucht zu kriminalisieren."

Abberufung anfechten
Schon im Vorfeld wurde angekündigt, den Bescheid gerichtlich anfechten. " Wir werden alle Rechtswege auf allen Ebenen beschreiten", kündigte FPÖ-Obmann Heinz-Christian Strache bei einer Pressekonferenz die Unterstützung seiner Partei für Pendl an. Pendl selbst sprach von " Gesinnungsterror", Strache von "linkem Meinungsterror" und " Rufmord".



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