Ibiza-Tätern drohen jetzt 10 Jahre Haft

Landesgericht entscheidet

Ibiza-Tätern drohen jetzt 10 Jahre Haft

Zwei ehemalige Söldner und die Ex-Freundin des Ibiza-Detektivs bis 6. Dezember in U-Haft.

Wien. Am Freitag wurde gegen drei Verdächtige im Komplex um das Strache-Skandalvideo aus Ibiza Untersuchungshaft verhängt. Damit müssen die drei Beschuldigten – zwei ehemalige Söldner mit einschlägig krimineller Vergangenheit aus Ex-Jugoslawien und die Ex-Freundin des in „Ibiza-Tape“ mutmaßlich involvierten Detektivs – zumindest bis zum 6. Dezember in U-Haft bleiben.
 
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Ibiza-Tätern drohen jetzt 10 Jahre Haft
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Aufgrund dieses Haftbefehls sind die Verdächtigen bereits Anfang der Woche festgenommen worden. Am Freitag verhängte das Landesgericht Wien dann offiziell die Untersuchungshaft
 

Nötigung, Drogen, Waffen und auch Fluchtgefahr

 
Vorwurf. Die U-Haft wurde wohl auch wegen Verdunkelungs- und Fluchtgefahr verhängt. Die Verdächtigen sollen daran beteiligt gewesen sein, die Videofalle gegen Ex-FP-Chef Strache zu stellen. Strache hatte sich ja durch seine skandalösen Aussagen darin ins Out geboxt. Gegen die Video-Macher plus deren Helfer wird unter anderem wegen mutmaßlicher Nötigung, Drogen, schwerer Erpressung und Waffenbesitz ermittelt – insgesamt sind es 12 Deliktsgruppen, die die Staatsanwaltschaft Wien in ihrem Haftbefehl anführt, der ÖSTERREICH vorliegt. Das höchste Strafmaß steht übrigens auf schwere Erpressung – es drohen allein hier bis zu 10 Jahre Haft. Da die Verdächtigen zum Teil vorbestraft – etwa wegen Drogendelikten – sind, drohen tatsächlich hohe Strafen.
 
Mögliches Kalkül der Staatsanwälte: Dass die verdächtigen angesichts der umfangreichen Beschuldigungen auspacken um so einer hohen Strafe zu entgehen. Sie haben jetzt zumindest bis Dezember Zeit darüber nachzudenken.
 

Verdächtiger wollte Geld von der Polizei

 
15.000 Euro wollte ein Ibiza-Verdächtiger, weil er zum Schein Heroin kaufte.
 
Einer der Verdächtigen wollte als V-Mann der Kriminalpolizei von dieser noch im Sommer 15.000 Euro Belohnung für den Scheinkauf von 19 Kilogramm Heroin vom Bundeskriminalamt, wie eine ÖSTERREICH vorliegende Rechnung zeigt. Das BKA lehnte die Zahlung allerdings ab. Als verdeckter Ermittler habe man dem Beschuldigten für den eingefädelten Heroin-Schein-Handel angeblich Geld angeblich versprochen – das steht zumindest in den Schreiben. Sollte er den Betrag nicht bekommen, so drohte sein Anwalt, würde eine Anzeige bei der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft eingehen. Ursprünglich seien seinem Mandanten, schreibt der Anwalt, sogar 20.000 Euro versprochen worden. Der Scheinkauf habe zu zwei Festnahmen geführt.


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