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''Werden bald 1.000 Neuansteckungen erreichen''

Kanzler Kurz: Kampf gegen zweite Corona-Welle

Kanzler Kurz warnte am Sonntag: Wir stehen am Beginn der zweiten Welle.

 

Drastische Worte fand der Kanzler am Sonntag zu den rasant steigenden Corona-Infektionszahlen: „Was wir gerade erleben, ist der Beginn der zweiten Welle“, erklärte Sebastian Kurz in einem schriftlichen Statement: „Die Ansteckungszahlen nehmen von Tag zu Tag zu.“ Was dem ÖVP-Chef Sorge bereitet: Verzeichnete Österreich vor rund zwei Wochen um die 350 täglichen Neuinfektionen, so waren es am Samstag bereits 869. Gestern meldete das Gesundheitsministerium zwar eine Halbierung (463 Neuinfektionen), doch Ressortchef Rudolf Anschober erklärte: Das sei „leider keine Entwarnung, denn sie ist teilweise auf die geringeren Testzahlen am Wochenende zurückzuführen“.

„Wir werden bald die Marke von 1.000 Neuansteckungen pro Tag erreichen“, erwartet Kurz. Besonders dramatisch sei die Entwicklung in Wien, wo rund 50 Prozent aller Neuinfektionen in Österreich verzeichnet werden. Tatsächlich meldete die Bundeshauptstadt am Samstag – bei sehr vielen Testungen – 444 Neuinfektionen. Allerdings: In der Vortags-Inzidenz (positiv Getestete pro 100.000 Einwohner) verzeichneten acht Regionen einen stärkeren Anstieg als Wien.

Harter Winter, aber Licht am Ende des Tunnels

Kurz jedenfalls appellierte am Sonntag an die Bevölkerung, „alle Maßnahmen einzuhalten, soziale Kontakte zu reduzieren, den Mund-Nasen-Schutz zu tragen und überall so gut als möglich Abstand zu halten“. Insgesamt aber bleibt der Regierungschef bei seiner Ende August geäußerten Einschätzung, dass Licht am Ende des Tunnels zu sehen sei – und auch, dass der Sommer im kommenden Jahr wieder weitgehend normal sein werde. „Aber es wird für uns alle ein harter Herbst und Winter werden.“

Anschober stellte sich am Sonntag hinter die Aussagen des Kanzlers: Er habe recht damit, dass die nächsten Tage „entscheidend“ seien, so der grüne Gesundheitsminister in der ORF-Pressestunde. Dass es im Sommer mehr Freiheiten gab, sei gut gewesen, „wer hält denn das sonst aus“. Aber nun werde es ernster. Es brauche eine Bewusstseinsänderung.

Regierung appelliert an Betriebe, wieder auf Homeoffice zu setzen

Überraschend luden Kanzler Kurz und Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) die Sozialpartner zu einem Corona-Gipfel. Heraus kam bei der mehr als einstündigen Sitzung ein Appell an Unternehmen, wieder mehr auf Home­office zu setzen. Zudem sollen, wenn es nach der Regierung geht, Betriebe Hygienekonzepte entwickeln.

Die meisten Infektionen gebe es zwar im privaten Umfeld, erklärte der Kanzler (Verordnung wird es keine geben), die Ansteckungen würden ­jedoch oft in die Betriebe hineingetragen.

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