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Meinungen

Dieser Streik geht gegen die Regierung!

Ein Kommentar von ÖSTERREICH-Herausgeber Wolfang Fellner.

Jahrzehntelang war Österreich das Land mit den wenigsten Streikminuten der Welt. Die Sozialpartnerschaft und eine meist sozialdemokratisch geprägte Regierung haben Streik-Eskalationen fast immer vermieden. So laut konnte der Theaterdonner der Gewerkschaft nicht sein, dass man sich nicht dann doch bei Würstel und Bier geeinigt hätte.

Doch 2022 ist alles anders: Erstmals drohen diesem Land Massen-Streiks. Heute, Montag, stehen alle Züge still. Am Wochenende – dem wichtigsten Shopping-Weekend vor Weihnachten – könnte der Handel zusperren. Ein Mega-Streik, der fast (wenn auch die Lebensmittel-Ketten schließen) den Charakter eines General-Streiks hat.

Die Streiks kommen in einer dramatischen Situation: Die Inflation ist in Österreich außer Kontrolle geraten, die Teuerung – bei Gas, Strom, Benzin und Mieten, aber auch bei ­Lebensmitteln – ist mit kleineren Gehältern nicht mehr zu bezahlen. Vor allem in Familien mit mehreren Kindern, bei Alleinerzieherinnen, bei kleinen Einkommen regiert die nackte Verzweiflung.

In Wahrheit ist dieser Streik eine Kampf-Ansage gegen diese Regierung Nehammer & Kogler.

Unsere Regierung versagt völlig bei allen Maßnahmen gegen die Teuerung. Es gibt keinen Gaspreis- und keinen Benzinpreis-Deckel, es gibt (Zadic sei Dank) keinen Mitpreis-Stopp. So müssen nun die Löhne die Teuerung kompensieren – was wirtschaftlich kaum möglich ist.

Die Wut gegen diese Regierung steigt immer mehr. Der Bahn-Streik (der sich ja direkt gegen Ministerin Gewessler als (Be-)Herrscherin der staatlichen ÖBB richtet) und der Handels-Streik sind das Zeichen dafür, dass den Österreichern jetzt die Geduld reißt. Wenn es nicht bald Neuwahlen gibt, werden in Kürze immer mehr Streiks unser Land lahmlegen.

Nehammer & Kogler haben aus der „Insel der Seligen“ ein „Land der Verzweiflung“ gemacht...