Umfrage

Noch 100 Tage bis zur Wahl

Österreich droht brutalster Wahlkampf aller Zeiten

Noch 100 Tage – ÖSTERREICH analysiert die Ausgangslage für die Nationalratswahl.

Wien. Heute sind es 100 Tage bis zum 29. September, dem Tag der (Neu-)Wahl. Obwohl sich die ÖVP als Favoritin abzeichnet, wird es spannend – denn die Wähler müssen vor allem eine Frage beantworten: Welche Koalitionen gehen sich überhaupt aus?

  • Die ÖVP ist klare Favoritin, Sebastian Kurz ist bereits auf Wahlkampftour – vom Wirtshaus bis zum Pensionistenheim ist alles dabei. Er will mit altbewährten Themen siegen; als Schwerpunkte fürs Wahlprogramm nennen die Türkisen Steuersenkung, Kampf ­gegen illegale Migration und politischen Islam, die Pflege – auch am Klimaschutz kommt Kurz nicht vorbei (siehe unten). Die Chancen: mehr als prächtig. Kurz führt mit 38 % bis zu 15 Punkte vor der SPÖ.
  • In der SPÖ läuft es nicht rund, Parteichefin Pamela Rendi-Wagner holte den Faymann-Vertrauten Christian Deutsch als Wahlkampfchef: Der will sich auf ganz wenige Themen konzentrieren. Schwerpunkt: Soziales. Hauptproblem: Durch den großen Rückstand kommt Rendi-Wagner nicht ins Kanzlerduell mit Kurz.
  • Die FPÖ hat mit Ibiza zu kämpfen, aber immerhin den Malus vermieden, dass Ex-Parteichef Strache das EU-Mandat annimmt. Das FPÖ-Duo Norbert Hofer und Herbert Kickl fährt eine Doppelstrategie: „Good Cop“ Hofer, „Bad Cop“ Kickl. Natürlich werden die Blauen versuchen, das Aus­länderthema zu spielen – und Kurz anzugreifen. Das verspricht Härte bisher ungeahnten Ausmaßes. Ziel: wieder eine Koalition mit der ÖVP – mit Kickl als Innenminister.
  • Neos und Grüne. Die Pinken und – ja – die Grünen kämpfen um Platz 4. Bei der EU-Wahl konnte Werner Kogler die Neos von Beate Meinl-Reisinger schon einmal überholen. Sein Vorteil: Das Thema Klimaschutz boomt – und die Schwäche der SPÖ sorgt für zusätzliche Unterstützung. Schon ist davon die Rede, dass sich eine schwarz-grüne Koalition ausgehen könnte. Oder geht sich das nur mit einer Dreierkoalition mit den Neos aus?

© APA
Vertrauen in Österreichs Bundespolitiker
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