Sicherungshaft: Große Mehrheit der Österreicher dafür

Umfrage

Sicherungshaft: Große Mehrheit der Österreicher dafür

Neue Umfrage: 69 Prozent dafür, 22 Prozent dagegen.

Die heftig diskutierte Sicherungshaft für potenziell gefährliche, aber noch nicht straffällig gewordene Personen findet in der Bevölkerung offenbar große Zustimmung. Ganze 69 Prozent der Österreicher halten die Präventivhaft für grundsätzlich überlegenswert, wie aus einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Unique research für das Nachrichtenmagazin "profil" hervorgeht.

38 Prozent halten die Sicherungshaft für "absolut" überlegenswert, 31 Prozent für "eher" überlegenswert. Nur 22 Prozent der Befragten halten nichts von einer solchen Maßnahme, neun Prozent hatten dazu keine Meinung.
 
Besonders starke Zustimmung findet der Vorschlag bei Anhängern der Regierungsparteien: 86 Prozent der FPÖ-Wähler und 90 Prozent der ÖVP-Wähler können sich die Einführung einer Sicherungshaft vorstellen. Laut der Umfrage begrüßt auch die Mehrheit der SPÖ-Wähler den Vorschlag: Während 34 Prozent eine solche Maßnahme ablehnen, halten 56 Prozent die Einführung einer Sicherungshaft für überlegenswert ("ja, absolut": 20 Prozent, "eher ja": 36 Prozent). Befragt wurden 500 Personen, die Schwankungsbreite liegt bei +/- 3,5 Prozent.

Rosenkranz ruft zur "Beruhigung" auf

FPÖ-Klubobmann Walter Rosenkranz ist am Samstag ausgerückt, um die Kritik an der von der Regierung geplanten Präventivhaft herunterzuspielen. "Keine Sorge, es bleibt alles rechtsstaatlich. Es droht kein Demokratieabbau oder Ähnliches", sagte Rosenkranz in der ORF-Radioreihe "Im Journal zu Gast".
 
 Auch die Sorge, dass Sicherungshaft ohne richterliche Verfügung verhängt werden könnte, wischte Rosenkranz weg. Es werde eine "nachgeordnete richterliche Kontrolle geben". Wann diese greifen soll, werde noch zu diskutieren sein. Vielleicht werde es einen Zwischenschritt mit einem Rechtsschutzbeauftragten geben. "Auch hier an alle: Beruhigung! Es wird nur eine verfassungskonforme Lösung geben", so der Klubchef.
 
Dass die FPÖ die Europäischen Menschenrechtskonvention ändern bzw. evaluieren will, begründete er damit, dass diese "ein Produkt aus einer anderen Zeit" sei und sie vom Europäische Gerichtshof für Menschenrechte manchmal in eine bestimmte Richtung interpretiert werde. Immer, wenn sich ein FPÖ-Politiker um die Sicherheit der Österreicher kümmere, komme "die Faschismuskeule", so Rosenkranz. Manchmal habe er das Gefühl, dass den Tätern mehr Rechte zugestanden werden als den Opfern, begründete Rosenkranz das Streben der Regierung nach einer Sicherungshaft für potenziell gefährliche, aber noch nicht straffällig gewordene Asylwerber.
 
In der Debatte um den Karfreitag verteidigte Rosenkranz die Streichung des Feiertags für Evangelische und sah die Arbeitnehmer mit dem "persönlichen Feiertag", der ein Urlaubtag ist, gut bedient. "Kein Arbeitnehmer braucht eine Bevormundung durch die AK, den ÖGB oder die SPÖ". Der Klubchef kündigte zudem eine baldige Lösung für den Papamonat an. Die diesbezüglichen Verhandlungen zwischen ÖVP und FPÖ stünden in der Zielgerade.
 
   Zustimmung zur Sicherungshaft kam indes vom steirischen Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer (ÖVP). Nach diversen Gewalttaten - zuletzt etwa ein tödliches Messerattentat auf einen Beamten in Vorarlberg - meint Schützenhöfer am Freitag im Rahmen einer Rede bei der Angelobung im Fliegerhorst Zeltweg: "Alles, was helfen kann, solche Taten zu verhindern, muss ohne Schaum vor dem Mund diskutiert werden." Voraussetzung sei immer, dass eine Lösung "im Geist der Verfassung" sei. Der Vorschlag gehöre diskutiert: "Oder es braucht Gegenvorschläge, die aber nicht existieren."
 

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