Landtagswahl

Trotz Umfragen: Steirische SPÖ erhebt LH-Anspruch

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SPÖ-Chef Lang peilt ersten Platz bei Landtagswahl an und möchte Finanzressort behalten - BILD

Die steirische SPÖ hat am Donnerstagvormittag die sechs Sujets ihrer zweiten Plakatwelle für die Landtagswahl am 24. November präsentiert. Dabei setzen die Sozialdemokraten ganz auf ihren Chef und Landeshauptmannstellvertreter Anton Lang. Dieser kündigte - genau einen Monat vor dem Urnengang - bei der Präsentation in Feldkirchen bei Graz an, als Erster durchs Ziel gehen und Landeshauptmann werden zu wollen. Auch die Funktion des Finanzlandesrates wolle er gerne weiterführen.

Landesgeschäftsführer Florian Seifter meinte, dass für die SPÖ eine "unglaublich gute Stimmung" herrsche und sprach von einem "Dreikampf" zwischen SPÖ, FPÖ und ÖVP. "Voreilig hat der noch amtierende Landeshauptmann (Christopher Drexler, Anm.) einen Zweikampf zwischen ÖVP und FPÖ ausgerufen. In der Landeshauptmann-Frage hat Anton Lang jetzt schon den noch amtierenden Landeshauptmann eingeholt", bezog sich Seifter auf die jüngste Umfrage der "Kleinen Zeitung". Interessant ist dabei, dass Seifter sich jener Formulierung bedient, die Drexler selbst in der Zeit der ersten Landesregierung unter Franz Voves (SPÖ) für den damaligen SPÖ-Chef verwendete.

Inhaltliche Schwerpunkte

"Nun stellen wir die inhaltlichen Schwerpunkte in den Mittelpunkt, mit sechs Sujets", sagte Seifter. Die Plakate sind in 16- bzw. Acht-Bogen gehalten, man habe steiermarkweit rund 600 Flächen reserviert, wozu noch die Rollplakate der Citylights kommen. Alle Sujets würden in allen Regionen affichiert. Alle Plakate zeigen das Porträt von Lang mit den Slogans: "Weil er sich für leistbares Leben einsetzt", "Weil er arbeitet, statt nur zu reden", "Es ist Zeit für Anton Lang, weil er in die Zukunft unserer Kinder investiert", "Weil er zusammenführt, statt zu spalten", "Weil er unser Land gewissenhaft und verlässlich führt" sowie "Weil er für eine starke Wirtschaft und sichere Arbeitsplätze kämpft".

"Unsere Themen sind nicht neu, aber wichtig und seit Jahren bekannt, alle haben einen Plan für die Zukunft", sagte der SPÖ-Chef. Er sei zutiefst überzeugt, dass es gewissenhafte und verlässliche Politik und nicht Hetze und Spaltung brauche. Man benötige keine schwarz-blaue Regierung in der Steiermark. Vorarlberg zeige, dass sich Schwarz und Blau noch am Wahlabend geeinigt hätten. In anderen Bundesländern wie in Salzburg oder Niederösterreich hätten die Schwarzen Versprechen abgegeben, nicht mit der FPÖ zu koalieren, die sie dann nicht hielten, so Lang. "Die Konsequenz: In Oberösterreich gibt es keinen Ausbau der Kinderbetreuung, in Salzburg wurden Heizkostenzuschüsse drastisch gekürzt. Aus Niederösterreich tauchen Pläne auf - komplett konträr zur Haltung der FPÖ in der Steiermark -, dass Spitalsstandorte eingespart werden sollen", gab Lang zu bedenken. Deshalb müsse die SPÖ so gestärkt werden, dass es in der Steiermark nicht möglich sei, ohne Rot zu regieren.

Am Anspruch, Landeshauptmann zu werden, habe sich nichts geändert, sagte Lang. Im Sinne einer Gesamtverantwortung und "als Zahlenmensch" würde er gerne auch weiter das Finanzressort führen. Zur Finanzierbarkeit der Vorhaben sagte Lang auf Journalistenfragen, es sei mit stagnierenden bis sinkenden Einnahmen zu rechnen. "Mit dem Geld, das wir haben, müssen wir Schwerpunkte setzen." - Und: "Es wird notwendig sein, sich etwas höher zu verschulden, aber mit Augenmaß, wir nehmen Geld für langfristige Finanzierungen auf. Es wird wieder aufwärts gehen, aber ich sage auch klar, es wird nicht leicht", kündigte er an.

Zu seinem Regierungsteam sagte Lang, dass Soziallandesrätin Doris Kampus wie angekündigt nicht mehr zur Verfügung stehen werde, weil sie sich ganz auf Graz und die Gemeinderatswahl im Frühherbst 2026 konzentrieren wolle.

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