Hand aufs Herz: Wenn morgens der Wecker klingelt, ist Sport oft so ziemlich das Letzte, wonach einem der Sinn steht. Doch es zahlt sich aus – Frühsport bringt Energie, lässt Kilo purzeln und tut Körper und Seele gut.
Nach dem Sport erstmal völlig erledigt? Das ist normal. Wer morgens trainiert, fühlt sich oft erstmal ausgelaugt, doch das vergeht schnell. Denn im Körper passiert viel Gutes. Hormone werden freigesetzt, die Stimmung hebt sich und bringt uns in ein Gleichgewicht, das oft den ganzen Tag über anhält – Wohlbefinden, Konzentration und Kraft verschafft.
Sport am Morgen vertreibt Kummer und Sorgen
Wer sich schon morgens bewegt, bringt nicht nur seinen Kreislauf in Schwung – die Durchblutung im Körper und im Gehirn wird angeregt, wodurch wir wacher werden und besser denken können. Es kurbelt auch den Stoffwechsel an und sorgt für gute Laune, denn Bewegung setzt Cortisol und Endorphine, sogenannte „Glückshormone“, frei. Das hilft Stress abzubauen sowie die Stressresistenz zu erhöhen. Wer morgens aktiv ist, tut nicht nur dem Körper Gutes, sondern stärkt auch die Psyche und trübe Stimmungen verschwinden.
Sport und Bewegung sind auch für einen gesunden Schlaf das A und O. Regelmäßiges morgendliches Training kann den natürlichen Schlaf-Wach-Rhythmus (Zirkadianer Rhythmus) unterstützen. Die Ausschüttung des Hormons Serotonin – verantwortlich für Stimmung und Wohlbefinden – wird dadurch angekurbelt. Sobald es dunkel wird ist unser Körper in der Lage, Serotonin in das "Schlafhormon" Melatonin umzuwandeln. Mehr Melatonin im Blutkreislauf lässt uns leichter einschlafen.
Bewegung vor dem Frühstück macht schlank
Wer Gewicht verlieren will, sollte früh aktiv sein – vor allem, wenn danach gefrühstückt wird. Morgens sind die Kohlenhydratvorräte fast leer, deshalb greift der Körper lieber auf Fett zurück, um Energie zu gewinnen. Außerdem werden während des Trainings Hormone wie Adrenalin und Noradrenalin freigesetzt, die den Energiehaushalt zusätzlich unterstützen.
Auf den Körper hören
Wichtig zu wissen ist auch, dass die Reaktionen auf körperliches Training am Morgen von Mensch zu Mensch unterschiedlich sein können. Für einige ist es wesentlich, um energiegeladen und fokussiert in den Tag zu starten, während andere möglicherweise lieber zu einer anderen Tageszeit trainieren, um sich gut zu fühlen.
Biorhythmus: Die innere Uhr des Menschen
Jeder Mensch verfügt über seine eigene innere Uhr und bei jedem tickt sie ein wenig anders. Ob man eher ein Morgenmensch – der sogenannte "Lerchentyp" – ist, oder ein Nachtmensch – der sogenannte "Eulentyp", liegt in erster Linie in unseren Genen, das hat die Forschung gezeigt. Während die Lerchen als Frühaufsteher bereits am Morgen voller Tatendrang sind, blühen die Eulen erst am Abend voll auf und erleben ihr Leistungshoch.
Frühsport: Die richtige Dosierung
Auf die richtige Dosierung kommt es an. Vor allem morgens sollte moderat trainiert werden, da Gelenke, Muskeln und Sehnen schlechter durchblutet sind. Bereits dreißig Minuten Bewegung in der Früh bringen schon fast alle positiven Effekte und gesundheitlichen Vorteile.
Wissenschaftlich bestätigt: Sport am Morgen macht nicht müde
Kurzzeitige Erschöpfung nach dem Training ist normal, danach setzt aber eine hormonelle Aktivierung ein: Cortisol und Endorphine fördern Wachheit und Stimmung. Viele erleben mehr Energie über den Tag. (Quelle: Mayo Clinic 2022; Sleep Foundation 2020)