Braunbärin aus Gefangenschaft gerettet

Bärin nach 17 Jahren als Zirkus- und Restaurantattraktion in der Ukraine gerettet.

Vier Pfoten rettete am 30. August die 17-jährige Bärin Martha von einem geschlossenen Restaurant nahe Stryi in der Westukraine und brachte sie in ihren Bärenwald Domazhyr bei Lwiw. Martha wurde in Gefangenschaft geboren und bis 2008 als Zirkusbärin ausgebeutet. Danach kauften Restaurantbesitzer das Tier und hielten es 13 Jahre lang in einem leeren Betongehege mit ausgetrocknetem Pool als Gästeattraktion.

Ähnlich wie Martha fristen aktuell geschätzt 80 Bären ein trauriges Dasein in Privathaltung in der Ukraine, obwohl die Regierung die Nutzung von bestimmten Wildtierarten – darunter auch Bären und Großkatzen – für die meisten Unterhaltungszwecke bereits ab November verbietet. Die Tierschutz-Organisation begrüßt zwar dieses wichtige neue Gesetz; solange die Tiere jedoch weiterhin nicht registriert werden, die Zucht unkontrolliert abläuft und Wildtiere legal im Zirkus auftreten, gibt es noch viel Handlungsbedarf.

Martha muss sich im neuen Refugium einleben

Sobald sich die Bärin im Bärenwald Domazhyr eingelebt hat, wird sie umfangreich untersucht. „Martha hatte keine Beschäftigungsmöglichkeiten und konnte weder ihre Umwelt erkunden, noch schwimmen oder Winterruhe halten. Aus Langeweile kaute sie ständig an den Gitterstäben ihres Geheges. Das und die vorwiegend süßen Lebensmittel, mit denen sie gefüttert wurde, haben ihre Zähne schwer beschädigt“, sagt Barbara van Genne, verantwortlich für Wildtierrettungen bei Vier Pfoten.

Die Besitzer gingen sogar in Marthas Gehege, um mit ihr zu kuscheln. „Bären sind gefährliche Wildtiere, die ihre natürlichen Instinkte nie ausleben können, wenn sie in Gefangenschaft gehalten und für Unterhaltungszwecke missbraucht werden. Wenn man sie auch noch wie Haustiere behandelt, leiden sie nur noch mehr. Zum ersten Mal seit ihrer Geburt kann Martha nun endlich ein bärengerechtes Leben führen“, so van Genne.

Ukraine setzt erste Schritte für verbesserten Wildtierschutz

Angesichts der Einführung des strengeren Wildtierschutzgesetzes im November 2021 fordert die Tierschutz-Organisation die ukrainischen Behörden auf, das neue Gesetz nachhaltig und streng durchzusetzen. „Es ist noch unklar, wie das Gesetz mit Bären in Privatunterkünften umgehen wird, aber wir schätzen, dass nach dem Inkrafttreten die Haltung von mindestens 30 Bären illegal sein wird. Die Regierung muss zeitgerecht dafür sorgen, dass diese Bären artgemäß untergebracht werden. Außerdem müssen die zuständigen Behörden alle betroffenen Bären und Einrichtungen registrieren, damit die Bären nicht getötet oder verkauft werden. Um noch mehr illegale Bären zu verhindern, müssen die Behörden auch die Fortpflanzung der Tiere einschränken“, sagt Taras Boiko, Direktor von Vier Pfoten in der Ukraine. Er bietet der ukrainischen Regierung an, sie bei der Abschaffung der illegalen Haltungen zu unterstützen.

29 gerettete Bären in ukrainischem Tierschutzzentrum

Vier Pfoten eröffnete den Bärenwald Domazhyr im Oktober 2017 für Besucher. Mit Neuankömmling Martha leben mittlerweile 29 Bären auf 7,7 Hektar, die aus katastrophalen Haltungsbedingungen gerettet wurden. Mit der Errichtung dieses Bärenwaldes hat Vier Pfoten ein artgemäßes Zuhause für gerettete Bären geschaffen und unterstützte ursprünglich so die ukrainische Regierung bei der Durchsetzung des Verbots von Bärenkämpfen im Land. Dabei werden angekettete Bären misshandelt, um Hunde für die Jagd abzurichten. Mittlerweile bietet das Bärenschutzzentrum aber auch einzelnen Tieren aus anderen grausamen und nicht artgemäßen Haltungsformen ein Zuhause.

Helfen Sie Martha in ein neues Leben und spenden Sie für die Braunbärin hier!

Unsere Tiere – Das große oe24.TV-Tierschutzmagazin von Sonntag, 5. September 2021, hier in voller Länge sehen.

Nächste Ausgabe Unsere Tiere: 12. September 2021, 18:30 Uhr.



OE24 Logo
Es gibt neue Nachrichten