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Wiederholen

Exotenhandels stieg während Pandemie massiv

Reptilienimporte verdoppelten sich 2020 trotz Corona.

Eurostat-Daten zufolge ist die Anzahl der nach Deutschland importierten Reptilien trotz der Coronapandemie doppelt so hoch wie in den Vorjahren: Demnach wurden 2020 insgesamt 357.453 Reptilien aus Nicht-EU-Ländern nach Deutschland eingeführt. In den Vorjahren waren es noch rund 170.000 bis 180.000.

Die Tierschutz-Organisation Peta übt scharfe Kritik an der deutschen Bundesregierung, weil sie weiterhin massenhaft Importe von exotischen Tieren zulässt, darunter neben Reptilien beispielsweise auch Affen, Stinktiere oder Weißbauchigel. Viele von ihnen – Schätzungen zufolge mindestens ein Drittel – sind „Wildfänge“, die direkt aus ihrem natürlichen Lebensraum entführt werden und in deutschen Wohnzimmern landen.

Florierender Wildtier- und Exotenhandel

Corona und zahlreiche weitere gefährliche Pandemien wurden durch den Wildtierhandel ausgelöst. Die Tierrechtsorganisation fordert die Bundesregierung auf, die Ursachen der Coronakrise zu bekämpfen und als ersten Schritt jegliche Wildtierimporte unverzüglich zu verbieten.

„Ein Höchststand bei Wildtierimporten im Jahr 2020, obwohl der Wildtierhandel die Coronakrise ausgelöst hat – das kann man nur als Wahnsinn bezeichnen. Die Bundesregierung hat nichts dazugelernt und spielt mit dem Leben der Bevölkerung, nur um die Interessen der Reptilienbranche zu bedienen“, so Jana Hoger, Fachreferentin für tierische Mitbewohner bei PETA. „Wir dürfen angesichts dieser besorgniserregenden Entwicklung keine Zeit mehr verlieren – ein Haltungsverbot von exotischen Tieren in Privathand ist dringend notwendig.“

Pandemierisiko Wildtierhandel

75 Prozent der neu auftretenden Infektionskrankheiten haben einen tierischen Ursprung. Mit 72 Prozent resultiert der größte Teil dieser Zoonosen aus dem Kontakt zu wildlebenden Tierarten. Weitere Beispiele für gefährliche Viren, die in den vergangenen Jahren oder Jahrzehnten von Tieren auf Menschen übertragen wurden, sind SARS, MERS, Ebola, HIV, Bornaviren, Affenpocken und die Vogelgrippe.

Zudem bedroht der Wildtierhandel die Artenvielfalt: Laut dem Weltbiodiversitätsrat (IPBES) ist die direkte Ausbeutung der Natur einer der Hauptgründe für das Artensterben. Bei einem großen Teil der gehandelten exotischen Tiere handelt es sich um „Wildfänge“ aus Asien, Afrika und Südamerika. Sterberaten beim Fang und Transport von bis zu 70 Prozent gelten in der Zoohandelsbranche als üblich. Bereits 2013 wurde zumindest für Wildfang-Importe ein Verbot von der damaligen Großen Koalition im Koalitionsvertrag vereinbart, jedoch nie umgesetzt.

Wildtiere tragen für den Menschen schädliche Parasiten in sich

Tiere wie Affen, Schlangen oder Schildkröten sind zudem häufig mit ansteckenden Darmparasiten wie Würmern oder Giardien infiziert, die auch auf den Menschen übertragbar sind. Die meisten Reptilien übertragen Studien zufolge gesundheitsgefährdende Salmonellenarten; geschätzte 90 Prozent der Tiere tragen die Erreger in sich. Auf den Menschen übertragene Salmonellen können im Extremfall zur Hirnhautentzündung oder zum Tod führen – vor allem Kinder sowie immungeschwächte und ältere Menschen sind gefährdet. Schätzungen des Robert Koch-Instituts zufolge rührt jede dritte Salmonelleninfektion bei Kleinkindern von exotischen Tieren her.

Unsere Tiere – Das große oe24.TV-Tierschutzmagazin von Sonntag, 2. Mai 2021, hier in voller Länge sehen.

Nächste Ausgabe Unsere Tiere: 9. Mai 2021, 18:30 Uhr.



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