Löwen-Rettungsfahrt quer durch Europa

Sieben Löwen, die in Rumänien in Gefangenschaft lebten, erreichen Schutzzentrum in den Niederlanden

Vier Pfoten hat Anfang Oktober drei weibliche und vier männliche Löwen aus schlechten und auch gefährlichen Haltungsbedingungen in Picior de Munte im Süden Rumäniens gerettet. Die Reise in ihr neues Zuhause führte die Tiere durch Ungarn, die Slowakei, Tschechien und Deutschland. Am Wochenende trafen sie schließlich in dem von Vier Pfoten geführten Großkatzenschutzzentrum FELIDA in den Niederlanden ein.

Zwei der Löwen, Elza und Simba, die separat von den anderen Löwen gehalten wurden, brauchen besondere Pflege und werden daher voraussichtlich in Felida bleiben. Die fünf jüngeren Löwen wird die Tierschutz-Organisation so bald wie möglich in sein Großkatzenschutzzentrum Lionsrock in Südafrika bringen.

Tausende Wildtiere leben in Gefangenschaft

Auch Josef Pfabigan, Vier Pfoten Vorstandsvorsitzender, war vor Ort, um die Neuankömmlinge willkommen zu heißen: „Diese sieben Löwen stehen stellvertretend für tausende Wildtiere, die weltweit in Gefangenschaft gehalten werden. Indem wir ihre Geschichte erzählen, machen wir auch das Schicksal all jener Tiere sichtbar, die noch immer leiden müssen. Unsere Rettungsmissionen sollen nicht nur einzelnen Tieren ein besseres Leben ermöglichen, sondern auch Bewusstsein dafür schaffen, dass wir alle Lebewesen auf dieser Welt mit Respekt, Empathie und Verständnis behandeln müssen.“

Das Vier Pfoten-Team legte in rund 40 Stunden 2.000 Kilometer zurück und überquerte fünf Ländergrenzen, um die Löwen in ihr neues Zuhause zu bringen. „Alle sieben Löwen haben die Fahrt gut und weitgehend ruhig überstanden. Dass manche von ihnen bei der Ankunft nervös wurden, war nicht überraschend. Jetzt können sie sich erst einmal erholen und an die neue Umgebung gewöhnen. Unser Team in Felida wird sich umfassend um sie kümmern“, sagt Ioana Gabriela Dungler, Leiterin der Abteilung für Wildtiere der Tierschutz-Organisation und verantwortlich für die Rettungsmission.

Besitzer beendet Zucht - entgegen Vereinbarung - nicht

Der frühere Besitzer weigerte sich, die Eltern der sieben geretteten Löwen sowie ein kürzlich geborenes Löwenjunges abzugeben. Er hatte zuvor zugestimmt, dass Vier Pfoten den männlichen Löwen sterilisiert, um die Zucht vor Ort zu beenden. Während der Rettung änderte er jedoch seine Meinung. Das Tierschützer:innen-Team durfte den Löwen nicht behandeln, verabreichte der Löwin aber zumindest ein Verhütungsmittel, das die Zucht vorübergehend stoppt.

„Wir sind enttäuscht über diesen Rückschlag, aber wir geben diese Löwen nicht auf. Wildtiere gehören eigentlich in die freie Wildbahn. Dorthin können sie jedoch nicht entlassen werden, nachdem sie in Gefangenschaft gehalten wurden. Daher bringen wir die Tiere so artgemäß wie möglich unter und kümmern uns um ihre individuellen Bedürfnisse. Wann immer wir verhindern können, dass weitere Tiere in Gefangenschaft gezüchtet, unter grausamen Bedingungen gehalten und für kommerzielle Zwecke ausgebeutet werden, werden wir alles dafür tun. Wir fordern den früheren Besitzer auf, die Vereinbarung mit VIER PFOTEN einzuhalten und keine weiteren Tiere zu züchten oder kommerziell mit ihnen zu handeln“, so Dungler.
 

Unsere Tiere – Das große oe24.TV-Tierschutzmagazin von Sonntag, 10. Oktober 2021, hier in voller Länge sehen.

Nächste Ausgabe Unsere Tiere: 17. Oktober 2021, 18:30 Uhr.



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