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Macht euch Ei-frei!

Ei-Produktion ist Tierleid. Es gibt Alternativen zu Eiern und zu daraus gemachten Produkten.

In Österreich werden im Schnitt pro Kopf jährlich 242 Eier konsumiert.  Obwohl sich immer mehr Verbraucher für eine tierfreundliche Lebensweise und gegen den Verzehr von Eiern entscheiden, bleibt ein Thema dabei weitgehend übersehen: die Problematik von Eiern in verarbeiteten Produkten wie in Nudeln, Süßigkeiten oder Fertigprodukten. Etwa 50 Prozent aller Eier werden auf diese Weise in verarbeiteten Lebensmitteln verspeist – zuhause und unterwegs. In diesen Produkten werden meistens Eier verarbeitet, die die Mehrheit der Verbraucher ablehnt – nämlich Eier aus Käfighaltung. Mit der Kampagne „Mach dich eifrei!“ möchte Peta Deutschland auf dieses Problem aufmerksam machen: Wir wollen über das Leid der Tiere informieren, die in der Produktion von Eiern für verarbeitete Lebensmittel ausgebeutet werden, und gleichzeitig Lösungsvorschläge – beispielsweise in Form von Alternativen – unterbreiten.

1. Hühner sind sensible und soziale Tiere

Dank zahlreicher Öffentlichkeitskampagnen wissen heute immer mehr Menschen, dass Hühner intelligente und sensible Lebewesen sind: Sie leben am liebsten in kleinen Gruppen, kümmern sich liebevoll um ihren Nachwuchs – sie kommunizieren sogar schon vor dem Schlüpfen mit ihren Küken – und picken nach Essbarem. Hühner lieben es, zur Gefiederpflege ein Sandbad zu nehmen und sich in der Sonne oder in Bäumen auszuruhen. Die meisten Konsumenten wünschen sich, dass die Eier im Supermarkt und in verarbeiteten Produkten von Hühnern kommen, die ihr Leben auf einer grünen Wiese verbringen – doch der Alltag in der Eierindustrie sieht meist anders aus.

2. Hühner leiden in der Eierindustrie

Hühner, die in der Eierindustrie ausgebeutet werden, sind überzüchtet – das gilt auch für Hühner aus Freiland- und Biobetrieben sowie für Hühner vom „Bauern von nebenan“. Statt wie ihre Vorfahren 20 bis 30 Eier im Jahr zu legen, beläuft sich die Legeleistung von Hühnern heute auf über 300 Eier pro Jahr. Eine Vielzahl der Tiere leidet daher unter schmerzhaften Entzündungen im Bauchraum. Durch die Zucht sind Hühner körperlich gezwungen, trotz der Qualen etwa alle 25 Stunden ein Ei zu legen. Aufgrund der Zucht und Haltung von großen Gruppen auf begrenztem Raum und fehlender Beschäftigungsmöglichkeiten sind Hühner weiteren Risiken ausgesetzt, dazu gehören Knochenbrüche, Federpicken – teilweise bis zum Kannibalismus – und psychisches Leiden. Diese Leiden ziehen sich durch alle Haltungsformen – von Käfig- bis Biohaltung.

3. Tiere in der Eierindustrie sterben lange vor ihrer natürlichen Lebenserwartung

Bisher fallen allein in Deutschland etwa 50 Millionen männliche Küken der Eierindustrie zum Opfer, weil sie keine Eier legen und auch für die Mast unprofitabel sind. Zwar ist das Töten der männlichen Küken ab 2022 verboten, doch bis das entsprechende Gesetz in Kraft tritt, müssen weitere Millionen Küken sterben – und auch danach sterben sie noch vor dem Schlüpfen im Ei, da ihr Leben weiterhin als wertlos angesehen wird.

Die „Bruderhahn-Initiative“ täuscht, so Peta, die Konsumenten, indem sie vorgibt, dass die Tiere leben dürfen – doch ihnen droht wie allen anderen Tieren in der Tierwirtschaft ein viel zu kurzes, qualvolles Leben, an dessen Ende der Schlachthof auf sie wartet. Neben männlichen Küken werden auch Tiere, die krank oder schwach sind, in Fließbandarbeit aussortiert. „Legehennen“ werden in Betrieben ebenfalls aussortiert, sobald sie nach circa einem Jahr nicht mehr die profitabelste Menge an Eiern produzieren – oder sie sterben noch in den Produktionshallen einen langsamen und qualvollen Tod, da das einzelne Leben bei Tausenden Tieren im Stall keinen Wert für die Betreiber hat. Eine Tierarztbehandlung, wie wir es von unseren Hunden oder Katzen kennen, hat für Tiere in der Nahrungsmittelindustrie keinen Platz.

Die Eierindustrie ist mit Tierleid in unvorstellbarem Ausmaß verbunden: Der Großteil der Tiere leidet unter schlechten Haltungsbedingungen; den meisten Hühnern und Hähnen droht ein Tod lange vor ihrer natürlichen Lebenserwartung. Der Transport zum Schlachthof ist für die Tiere mit hohem Stress verbunden: Teilweise werden Hühner stundenlang bei Hitze oder Kälte ohne Zugang zu Nahrung oder Trinkwasser über Hunderte Kilometer transportiert – nur um im Schlachthof brutal getötet zu werden. Vor der eigentlichen Schlachtung, dem Töten durch Blutentzug, werden die Tiere entweder an ihren empfindlichen Füßen aufgehängt und kopfüber durch ein Wasserbad gezogen, durch das Strom fließt – oder sie werden mit einem schmerzhaft reizenden Gas betäubt, das Erstickungserscheinungen herbeiführt. Wie hoch die Fehlbetäubungsrate bei den empfindsamen Vögeln ist, ist nicht bekannt.

Peta Deutschland hat dazu die Petition "Eiernudeln bedeuten Tierquälerei" ins Leben gerufen, die Sie hier unterschreiben können!

Unsere Tiere – Das große oe24.TV-Tierschutzmagazin von Sonntag, 28. März 2021, hier in voller Länge sehen.

Nächste Ausgabe Unsere Tiere: 4. April 2021, 18:30 Uhr.

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