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Nördliche Breitmaulnashörner sterben aus

Die Nashörner sind nicht nur die ältesten, sondern auch eine der gefährdetsten Tierarten unseres Planeten.

Nashörner gehören zu den ältesten Tierarten auf unserem Planeten. Ebenso wie Elefanten und Flusspferde sind sie die überlebenden Vertreter einer Tiergruppe, die einst sehr artenreich und vielfältig war.

Nashörner vom Aussterben bedroht

Am zahlreichsten waren Nashörner im Tertiär (vor 65 Millionen bis 2,6 Millionen Jahre v. Chr.). Sogar in Europa waren bis zur letzten Kaltzeit (110.000 bis 10.000 Jahre v. Chr.) das Wald-Nashorn, Woll-Nashorn und Steppen-Nashorn heimisch. Heute umfasst die Familie der Nashörner (Rhinocerotidae) nur noch vier Gattungen mit fünf Arten, von denen zwei in Afrika (Breitmaulnashorn und Spitzmaulnashorn) und drei in Asien vorkommen (Java-, Panzer-, Sumatra-Nashorn).

Nashörner sind nach ihrem auffälligsten Merkmal benannt: ihren Hörnern. Diese haben allerdings keinen knochigen Kern, sondern bestehen aus zusammengewachsenen Keratinfasern (Keratin: Hornsubstanz). Die beiden afrikanischen Arten sowie das Sumatra-Nashorn tragen je zwei hintereinander angeordnete Hörner, von denen das vordere meist das längere ist. Panzer- und Java-Nashörner besitzen nur ein Horn am Schnauzenende.

Dramatischer Bestandsrückgang und Rettungsversuch

Gefahr geht für die massigen Tiere vor allem vom Menschen aus. Historisch gesehen zählten die unkontrollierte Jagd und die Wilderei zu den Hauptursachen des dramatischen Bestandsrückgangs der Nashörner. Und auch heute bedroht die Wilderei und die hohe Nachfrage nach Nashorn-Horn in Asien die Arten.

2018 starb der letzte Bulle aus der Familie der Nördlichen Breitmaulnashörnern. Von dieser Unterart des weißen Nashorn, die früher in mehreren Ländern Ost- und Zentralafrikas südlich der Sahara lebten, exisitieren derzeit noch die beiden Weibchen Fatu und Najin, die aber nicht in der Lage sind, Nachwuchs auszutragen.

Der deutsche Tierarzt Thomas Hildebrandt möchte die Nördlichen Breitmaulnashörner vor dem Aussterben retten und wählte dafür die künstliche Reproduktion. Dazu entnahm der Tierarzt den zuvor erwähnten Nashornkühen sowie einem im polnischen Zoo Chorzow lebenden südlichen Breitmaulnashorn Eizellen. Mit dem seit 20 Jahren entnommenen und eingefrorenem Nashornbullen-Sperma wurden die vorhandenen Eizellen befruchtet.

Mit dem Ergebnis: aus dieser Befruchtung sind drei reine nördliche Breitmaulnashorn-Embryonen entstanden. Zuletzt gab es einen weiteren dritten Befruchtungsversuch aus dem, wie sich Hildebrandt erwartet, weitere Embryonen entstehen sollen. Diese Embryonen werden einstweilen in flüssigem Stickstoff gelagert. Derzeit sucht der Tierarzt nach einer Leihmutter. Fatu und Najin kommen als Leihmütter nicht in Frage. Daher wird eine Südliche Breitmaulnashorn-Kuh als Leihmutter für die Rettung der Nördlichen Breitmaulnashörner sorgen.

Unsere Tiere – Das große oe24.TV-Tierschutzmagazin von Sonntag, 13. Juni 2021, hier in voller Länge sehen.

Nächste Ausgabe Unsere Tiere: 20. Juni 2021, 18:30 Uhr.



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