Weltnaturkonferenz: Es droht ein toter Planet

Die Natur befindet sich an einem Wendepunkt und die Zeit sie zu retten, läuft gegen uns.

Zum Auftakt der Weltnaturkonferenz am Montag, den 11. Oktober 2021, in der chinesischen Stadt Kunming haben sich die Vorstandsvorsitzenden elf großer Konzerne in einem offenen Brief an die Staatsoberhäupter der Welt gerichtet: Die Verantwortlichen müssten mehr tun, um die Zerstörung der Natur zu verhindern. Ohne sinnvolle Maßnahmen gegen das Massenaussterben von Wildtieren und gegen den Zusammenbruch von Ökosystemen drohe "ein toter Planet", berichtet Spiegel Online dazu.

Knapp 200 Vertragsstaaten der Uno-Konvention für die biologische Vielfalt (CBD) nehmen an der Weltnaturkonferenz teil, die meisten Delegierten sind virtuell zugeschaltet. Das einwöchige Treffen findet unter dem Vorsitz Chinas statt. Ziel des Treffens ist die Vereinbarung eines neuen Rahmenabkommens zum Schutz der weltweiten Artenvielfalt. Geplant sind zudem weitere Verhandlungen im Januar und ein Präsenztreffen im Frühjahr 2022.

Es drohe ein "toter Planet"

"Der Wettlauf um die Umkehrung des Naturverlustes und den Aufbau einer naturfreundlichen, umweltfreundlichen und gerechten Welt hat begonnen. Die Natur befindet sich an einem Wendepunkt und die Zeit läuft gegen uns«, heißt es in dem Schreiben der Unternehmerinnen und Unternehmer. »Wir müssen den Naturverlust als die Krise erkennen, die er ist. Wir müssen begreifen, dass die Natur, auch wenn sie für die Bewältigung des Klimawandels von entscheidender Bedeutung ist, mehr als nur eine Lösung für das Klima darstellt. Die Uno-Biodiversitätskonferenz COP15 ist unsere letzte und beste Chance, den Verlust der biologischen Vielfalt zu stoppen."

Die Unterzeichnerinnen und Unterzeichner des Briefes warnen auch vor wirtschaftlichen Folgen, die ein Verlust der Biodiversität mit sich bringt – "auf einem toten Planeten wird es keine Geschäfte geben."

UNO-Naturschutzabkommen geht nicht weit genug

Unter den elf CEOs, die das Schreiben mitzeichnen, sind unter anderem die Vorstandsvorsitzenden von Unilever und H&M. In der Vergangenheit standen diese Firmen wiederholt in der Kritik von Umweltschutzorganisationen. Der Konzern Unilever, der etwa die Eismarken Magnum und Langnese oder Körperpflegeartikel von Rexona oder Duschdas herstellt, zählt nach Angaben von Greenpeace zu den größten Plastikmüllerzeugern der Welt. Der Modekonzern H&M verkauft günstige Kleidung – und ist damit Teil einer Industrie, die nach Angaben der Vereinten Nationen für ein Zehntel der globalen Treibhausgasemissionen verantwortlich ist. Beide Firmen haben mittlerweile jedoch Maßnahmen für mehr Nachhaltigkeit beschlossen.

Der derzeitige Entwurf eines Uno-Naturschutzabkommens – ähnlich dem Pariser Klimaabkommen – geht dem offenen Brief der Firmenchefs und -chefinnen nach nicht weit genug. Der Entwurf setzt verschiedene Ziele fest, wie die Plastikverschmutzung verringert werden kann, wie der Einsatz von Pestiziden um zwei Drittel gesenkt werden kann, und wie sich die Ausbreitung invasiver Arten einschränken lässt.

Die Wirtschaftsvertreter und -vertreterinnen fordern die Regierungen außerdem auf, alle umweltschädlichen Subventionen abzuschaffen. Die Beteiligten erkennen nach eigenen Angaben die Verantwortung an, ihre Geschäftsmodelle so zu verändern, dass die Unternehmen »innerhalb der planetarischen Grenzen« weitergeführt werden können. »Auf diese Weise werden wir gemeinsam gesunde Gesellschaften, widerstandsfähige Volkswirtschaften und florierende Unternehmen aufbauen«, heißt es in dem Schreiben weiter.

Unsere Tiere – Das große oe24.TV-Tierschutzmagazin von Sonntag, 17. Oktober 2021, hier in voller Länge sehen.

Nächste Ausgabe Unsere Tiere: 24. Oktober 2021, 18:30 Uhr.



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