Schlamm-Schlacht um Hacker-Affäre

Maulwurf oder Hacker?

Schlamm-Schlacht um Hacker-Affäre

Wien. Der mutmaßliche Hackerangriff auf die ÖVP – 1300 GB an VP-Daten seien „gestohlen worden“, sagen die Türkisen – löst jetzt eine Schlammschlacht zwischen Türkisen und Peter Pilz bzw. der FPÖ aus.
 
Die Blauen bezweifeln ebenso wie Pilz, dass es diesen Angriff gegeben hätte. Im Hintergrund kooperieren Teile dieser zwei Parteien. In öffentlichen Angriffsmodus zieht aber vor allem Pilz: Er hat gestern Anzeige gegen die VP-Spitze (siehe Kasten rechts) wegen „Vortäuschung einer Straftat“ erstattet. Pilz gibt zwar zu, dass er nicht beweisen könne, dass es keinen Cyberangriff auf die VP gegeben habe, sagt aber, dass die Türkisen auch den Angriff nicht beweisen könnten.
 

THESE 1: Pilz und FPÖ: "VP-Maulwurf leakte VP-Daten"

 
Pilz mutmaßt offiziell, die FPÖ inoffiziell, dass ein „VP-Maulwurf die Daten leakte“. Denn, so Pilz auf oe24.TV „das Passwort von Gernot Blümel“ sei verwendet worden. Hinter den Kulissen wird lanciert, dass „ein Vertrauter von Ex-VP-Chef Reinhold Mitterlehner dahinterstecke“. Beweise dafür fehlen. Die ÖVP dementiert das: „Völliger Blödsinn“.
 

THESE 2: VP-Kreise: "Spuren führen zu blauen Zirkeln"

 
Die ÖVP erklärt vielmehr, dass ihre Cyber-Security-Experten „einen Hackerangriff nachgewiesen“ hätten und dass das Bundeskriminalamt ermitteln würde.
Laut einem VP-Insider hätten die mutmaßlichen Hacker „doch mehr Fehler gemacht als vermutet. Die Spuren führen zu blauen Zirkeln“. Belegbar ist das derzeit nicht. Ein FP-Mann zeigt sich gegenüber ÖSTERREICH empört: „Das ist schlicht unwahr.“
 

THESE 3: War es ein ausländischer Geheimdienst?

 
Die Regierung hat die EU informiert, dass man „nicht ausschließen“ könne, dass ein ausländischer Geheimdienst hinter dem „Hacker-Angriff auf die VP“ stünde. Da offenbar „Spuren der Angreifer nachvollziehbar wären“, bezweifeln Experten aber, dass es sich dabei um einen „kompetenten Geheimdienst“ handeln könnte.
 

Pilz klagt ÖVP, Türkise überlegen Gegen-Klage

 
Peter Pilz bringt eine Klage gegen Kurz, Blümel und ­Nehammer ein.
 
Pilz © TZOE/Fuhrich
 
Oppositionspolitiker Peter Pilz hat gestern die ÖVP wegen „Vortäuschung einer mit Strafe bedrohten Handlung“ (§ 298 StGB) angezeigt. Konkret geht er damit gegen VP-Chef Sebastian Kurz, Wiens VP-Chef Gernot Blümel und VP-Generalsekretär Karl Nehammer vor.
 
Der VP-General wirft Pilz vor, „nur von Ermittlungen wegen unerlaubter Informationsübermittlungen ablenken“ zu wollen. VP-EU-Delegationsleiterin Karoline Edtstadler meinte auf oe24.TV, auf die Anzeige von Pilz angesprochen: „Wir überlegen uns eine Klage wegen Verleumdung gegen ihn.“
 

Korruptionsstaatsanwaltschaft ermittelt

 
Indes ermittelt die Korruptionsstaatsanwaltschaft weiter gegen Ex-FPÖ-Chef Strache und FP-Mandatar Herbert Fuchs. Bis zum Wahltag wird es wohl noch hitziger werden.
 

Sondersitzung stoppt Wahlkampf

Für Peter Pilz ist die von ihm verlangte Sondersitzung im Parlament – wohl am kommenden Donnerstag – ein willkommener Wahlkampfauftritt. Er will dort den von ihm angezweifelten Hacker-Angriff auf die ÖVP thematisieren. Für die übrigen Parteien bedeutet es wohl eine "Pause" ihres Wahlkampfes. Und wieder Skandale statt Inhalte.
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