6.000 Passagiere müssen vorerst auf Schiff bleiben

Coronavirus-Verdacht

6.000 Passagiere müssen vorerst auf Schiff bleiben

Bürgermeister der Hafenstadt wehrt sich gegen Ausschiffung einiger Touristen.

Rom. Die 6.000 Passagiere und 750 Besatzungsmitglieder an Bord des Kreuzfahrtschiffes "Costa Smeralda", das am Donnerstag wegen Verdachts auf das Coronavirus im Hafen der Stadt Civitavecchia bei Rom festgehalten wurde, müssen voraussichtlich die Nacht an Bord verbringen. Bisher gab es noch keine Resultate der Analysen, mit denen festgestellt werden soll, ob eine Passagierin am Virus erkrankt ist.

Eine Touristin aus der chinesischen Sonderverwaltungszone Macao hatte an Bord Symptome wie Fieber und Atemprobleme gehabt, die ein Anzeichen für das Coronavirus sein könnten. Auch ihr Mann war untersucht worden. An Bord der "Costa Smeralda" befanden sich laut der Reederei Costa Crociere, Betreiberin des Schiffes, rund 750 chinesische Passagiere.

Am Donnerstagnachmittag hatten die Hafenbehörden die Genehmigung für die Landung von 1.143 Passagieren gegeben, die ihre Reise in Civitavecchia beenden wollten. Der Bürgermeister der Hafenstadt, Ernesto Tedesco, wehrte sich jedoch gegen die Ausschiffung der Passagiere, bevor die Ergebnisse der Analysen nicht fest standen. "Solange nicht fest steht, dass es sich nicht um Coronavirus handelt, darf niemand landen", sagte Tedesco. Wann die Ergebnisse der Analysen, die im römischen Krankenhaus "Spallanzani" durchgeführt werden, veröffentlicht werden, stand nicht fest. Das römische Krankenhaus ist auf Infektionskrankheiten spezialisiert.

Einige Verdachtsfälle in Italien gemeldet

In Italien wurden einige Verdachtsfälle auf Coronavirus gemeldet, die jedoch nicht bestätigt wurden. Hoteliers in Rom beklagten, dass tausende chinesische Touristen ihren Aufenthalt in der Metropole abgesagt hätten. Viele chinesische Restaurants meldeten einen Rückgang in der Zahl der Gäste.

Die Kreuzfahrtgesellschaft MSC strich gestern zunächst drei Touren des Schiffes "Splendida" mit 6.880 Plätzen. Betroffen sind Anfang Februar geplante Fahrten nach Japan. Das Unternehmen betonte, dass bisher keinerlei Verdachtsfälle auf einem seiner Schiffe aufgetreten seien. Costa Crociere wiederum sagte neun Fahrten von China aus ab, die ab heute bis kommenden Dienstag hätten stattfinden sollen.

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