Libyen: Schweizer Rot- Kreuz-Arbeiter getötet

In Sirte

Libyen: Schweizer Rot- Kreuz-Arbeiter getötet

Bei Schusswechsel in der Küstenstadt Sirte.

Ein Schweizer Delegierter des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) ist am Mittwoch in der libyschen Küstenstadt Sirte von Unbekannten erschossen worden. Die Motive der flüchtigen Täter sind bisher unklar.

"Wir sind geschockt und zutiefst traurig über diesen Anschlag", sagte IKRK-Sprecher Wolde Sougeron in Genf der Nachrichtenanagentur dpa. Bewaffnete Männer hätten dem Leiter der IKRK-Operationen in der Küstenregion Misrata aufgelauert und aus nächster Nähe auf ihn gefeuert.

Der Angriff auf den IKRK-Delegierten sowie zwei Begleiter erfolgte, nachdem diese an einem Arbeitstreffen in Sirte teilgenommen hatten. Entgegen ersten Informationen seien die Rot-Kreuz-Mitarbeiter nicht auf dem Weg zu ihrem Fahrzeug, sondern in dem Auto beschossen worden, erklärte der Sprecher. Der Schweizer sei dabei tödlich getroffen worden. Die Begleiter hätten einen Schock erlitten, seien aber physisch unverletzt geblieben.

Sougeron sagte, der IKRK-Delegierte sei noch am Ort des Angriffs gestorben. Er korrigierte damit erste Angaben, wonach der Mann im Krankenhaus gestorben sei. "Er war offenbar sofort tot, wie wir jetzt aus Sirte hören." Die Hafenstand liegt rund 450 südöstlich der Hauptstadt Tripolis.

Der Sprecher bestätigte, dass das Auto der Helfer nicht als Rot-Kreuz-Fahrzeug gekennzeichnet war. "Dies entspricht unseren Sicherheitsvorschriften für die Tätigkeit in Libyen. Es hatte dort zuvor schon Feindseligkeiten gegen Rot-Kreuz-Helfer gegeben, danach wurde angeordnet, dass unsere Autos nicht als solche erkennbar sein sollen."

Angehörige des IKRK und des Roten Halbmondes sind in den vergangenen Jahren immer wieder in Konfliktgebieten umgekommen, wobei sie teils gezielt angegriffen worden waren. Allein im Bürgerkrieg in Syrien starben in den vergangenen drei Jahren bereits mehr als 30 syrische Helfer des Roten Halbmonds, mit dem das IKRK zusammenarbeitet. Im April 2001 waren im Nordosten des Kongos sechs IKRK-Mitarbeiter getötet worden, unter ihnen die Schweizer Krankenschwester Rita Fox.
 

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