Schon 42 Tote bei Unwettern auf Madeira
Schon 42 Tote bei Unwettern auf Madeira

Heftige Regenfälle

Schon 42 Tote bei Unwettern auf Madeira

Die Trauminsel versinkt im Chaos. Es könnte noch mehr Opfer geben.

Auf der portugiesischen Ferieninsel Madeira sind bei schweren Unwettern mit Überschwemmungen mindestens 42 Menschen ums Leben gekommen und mehr als 120 weitere verletzt worden. Wir hoffen, dass die Zahl nicht weiter steigt, aber angesichts des Ausmaßes der Überflutungen wird sie es wahrscheinlich", sagte der Sozialminister der Region, Francisco Ramos, am Sonntag.

Hunderte Bewohner mussten nach Behördenangaben wegen drohender Erdrutsche am Wochenende ihre Häuser verlassen. Aus Lissabon wurden am späten Samstagabend zwei Hubschrauber und eine Fregatte der Marine mit einem Ärzteteam nach Madeira entsandt. Die Rettungskräfte befürchteten, dass die Zahl der Todesopfer weiter steigen werde.

Dauerregen
Der Dauerregen auf der Atlantikinsel entwickelte sich nach Augenzeugenberichten in der Nacht auf Samstag zu sintflutartigen Wolkenbrüchen, die Flüsse über die Ufer treten ließen und Straßen zu Sturzbächen machten. Die Wassermassen rissen Bäume und Brücken fort und hinterließen Morast und Müll. Im niedriger gelegenen Teil der Inselhauptstadt Funchal mussten Rettungskräfte wegen Einsturzgefahr mehrere Häuser evakuieren. Hunderte Menschen müssen umquartiert werden, wie Vize-Regionalgouverneur Joao Cunha mitteilte.

Stromausfall
Auf weiten Teilen der "Blumeninsel" mit ihren rund 250.000 Einwohnern fielen Strom und Telefonverbindungen aus. Betroffen waren vor allem die Region um die Hauptstadt und der südliche Teil des Eilands. Im gebirgigen Inneren der Insel waren einige Orte von der Außenwelt abgeschnitten. Der internationale Flughafen wurde bis auf weiteres geschlossen.

Lissabon schickte die Fregatte "Corte-Real" und ein Transportflugzeug vom Typ Herkules C-130 auf die Ferieninsel, die rund 900 Kilometer vom portugiesischen Festland entfernt ist. Am Sonntag sollten weitere Rettungskräfte der Gendarmerie und der Feuerwehr vom Festland aufbrechen. Die Behörden riefen die Inselbewohner auf, in ihren Häusern zu bleiben. Madeira liegt rund 500 Kilometer westlich vor der afrikanischen Küste.

Der madeirische Regionalpräsident Alberto Joao Jardim kündigte an, Hilfen von der EU in Brüssel zu beantragen. Er habe bereits mit dem portugiesischen EU-Kommissionspräsidenten Jose Manuel Barroso über die dramatische Lage gesprochen, sagte Jardim. Portugals Ministerpräsident Jose Socrates sollte zusammen mit Innenminister Rui Pereira am Sonntagabend auf der Insel eintreffen um sich vor Ort ein Bild von der Lage zu machen.

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