Schwester von George Floyd: ''Sie haben meinen Bruder umgebracht''

Skandal um Polizeigewalt in den USA

Schwester von George Floyd: ''Sie haben meinen Bruder umgebracht''

Ein Video zeigt, wie ein Polizist auf dem Hals des 46-jährigen Schwarzen kniet. Immer wieder rief er um Hilfe und erklärte, er könne nicht atmen. Wenig später wurde er bewusstlos und starb im Spital. Diese 10 Minuten sorgen nun für Empörung und Ausschreitungen in den USA.

Der Tod eines Schwarzen nach einem brutalen Polizeieinsatz in der US-Stadt Minneapolis hat den zweiten Tag in Folge friedliche wie auch gewaltsame Proteste ausgelöst.

Hunderte Demonstranten zogen am Mittwochabend (Ortszeit) zunächst friedlich zu einem Polizeirevier der Stadt und forderten auf Plakaten Gerechtigkeit für den getöteten George Floyd und eine Bestrafung der involvierten Beamten, wie Medien berichteten. Anschließend gab es laut NBC-Bericht zahlreiche Plünderungen, mehrere Feuer sowie einen Tränengas-Einsatz. Am Donnerstag wurde eine Polizeistation in Brand gesteckt. Ein Mob drang in die Inspektion ein und steckten die Räumlichkeiten in Brand. Vor dem Gebäude skandierten mehrere Menschen "Keine Gerechtigkeit, kein Frieden" ("No justice, kein Frieden").

© Getty Images


Der Gouverneur des Bundesstaates Minnesota, Tim Walz, warnte auf Twitter vor einer "extrem gefährlichen Lage" und forderte Menschen auf, die Gegend zur eigenen Sicherheit zu verlassen. Über Verletzte oder das Ausmaß der Schäden war zunächst nichts bekannt.

Nun meldete sich auch Floyds Schwester Bridgette zu Wort. Sie forderte Gerechtigkeit für ihren Bruder. Die Kündigung des Polizisten sei da bei weitem nicht genug. "Die haben meinen Bruder ermordet. Sie haben ihn umgebracht. Sie müssen größeren Druck auf die Typen ausüben. Sie zu feuern ist nicht genug", sagt sie in einem Interview mit der BBC.

Ein Video zeigt, wie ein weißer Polizist sein Knie mehrere Minuten lang an den Hals Floyds drückte, als dieser am Boden lag. Mehrmals flehte der 46-jährige Familienvater um Hilfe. Wiederholt sagte der Afroamerikaner: "Ich kann nicht atmen", ehe er das Bewusstsein verlor. Er starb kurz danach in einem nahen Krankenhaus.

© APA/AFP


Auch in anderen US-Städten wie Los Angeles und Memphis protestierten Menschen am Mittwoch, wie die Zeitung "USA Today" berichtete. US-Präsident Donald Trump hatte am selben Tag angeordnet, dass das Justizministerium und die Bundespolizei FBI den Fall untersuchen. "Der Gerechtigkeit wird Genüge getan!", versicherte Trump am Abend (Ortszeit) auf Twitter. Er habe die Behörden zu beschleunigten Ermittlungen aufgefordert. Zugleich sprach Trump den Angehörigen und Freunden des Opfers George Floyd sein Mitgefühl aus. Der Präsident nannte den Tod Floyds "sehr traurig und tragisch".

 

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