Weniger Flüchtlinge in Italien: Stoppt mysteriöse Miliz Migranten?

"Brigade 48"

Weniger Flüchtlinge in Italien: Stoppt mysteriöse Miliz Migranten?

Der seit Juli anhaltende Trend eines Rückgangs bei der Zahl der Flüchtlinge, die seit Anfang 2017 über das Mittelmeer nach Italien gekommen sind, konsolidiert sich. 98.327 Migranten erreichten seit Jahresbeginn die italienische Küste, das sind 6,9 Prozent weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres, wie das Innenministerium in Rom am Montag mitteilte.

Im Vergleichszeitraum 2016 waren noch 105.663 Migranten in Italien eingetroffen. Im Zeitraum zwischen dem 1. Und dem 28. August 2017 erreichten 3.114 Migranten Italien, im August 2016 waren es 23.552 gewesen.

"Brigade 48" verantwortlich?

Verantwortlich für den Rückgang der Flüchtlingsankünfte soll die mysteriöse Miliz "Brigade 48" sein. Die Gruppe sorgt laut der "Süddeutschen Zeitung" dafür, dass in der libyschen Hafenstadt Sabratha keine Schleuserschiffe ablegen. Bekannt ist über die "Brigade 48" derzeit noch nicht viel: Die Mitglieder seien bewaffnet, am Kopf der Gruppe soll ein ehemaliger Mafioso stehen. Er selbst soll möglicherweise zuvor als Schleuser gearbeitet haben.

Die Gruppe bestehe laut dem Zeitungsbericht aus ehemaligen Militärs und Polizisten. Es sei jedoch unklar, wie sich die Gruppierung finanzieren kann. Wenn die Regierung in Tripolis hinter der Brigade steckt, wäre dies ein Paukenschlag: So würde Geld aus Europa indirekt die mysteriöse Miliz finanzieren. FOCUS Online berichtet unter Berufung auf die Nachrichtenagentur Reuters, dass die "Brigade 48" bereits aus mehreren 100 Mitgliedern bestehen soll. Die Mitglieder würden laut Zeugenaussagen an den Stränden patrouillieren und sich ähnlich wie Polizisten verhalten.

Erfolgreiche Zusammenarbeit mit Küstenwache

Die meisten der 2017 eingetroffenen Migranten stammen aus Nigeria, Bangladesch, Guinea, Cote d'Ivoire (Elfenbeinküste) und Gambia. Italien versorgt derzeit etwa 200.000 Flüchtlinge in Hotspots und anderen Einrichtungen.

Die Zusammenarbeit mit Libyens Küstenwache zur Bekämpfung des Menschenhandels habe bisher positive Resultate gezeigt, wie die stark rückgängige Zahl der Ankünfte in Italien seit Juli bezeuge, teilte das Innenministerium am Montag mit.

Bei einem Gipfeltreffen in Rom hat sich Italien mit Libyen, Niger, Tschad und Mali am Montag über die Einrichtung einer Task Force geeinigt. Sie soll Strategien im Kampf gegen Menschenhandel entwickeln und Hilfsprogramme in Afrika fördern. Die Meeres- und Landesgrenzen in Afrika sollen besser geschützt werden, hieß es in einer Presseaussendung des Innenministeriums in Rom.

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