Acapulco: 40.000 Touristen sitzen fest

Mexiko

Acapulco: 40.000 Touristen sitzen fest

Lage in Badeort ist nach Überschwemmungen dramatisch.

Nach von Tropenstürmen ausgelösten Überschwemmungen im Badeort Acapulco haben die mexikanischen Behörden eine Luftbrücke eingerichtet, um zehntausende Touristen in Sicherheit zu bringen. Militär- und Zivilflugzeuge flogen am Dienstag Hunderte Touristen aus dem Katastrophengebiet aus.

Im Gebiet um den Badeort war die Lage dramatisch: Tausende Menschen in der Stadt plünderten Geschäfte - teils weil sie anders nichts mehr zu essen bekommen konnten. Mexiko war in den vergangenen Tagen zunächst von Tropensturm "Manuel" im Pazifik und dann von Hurrikan "Ingrid" an der Atlantikküste heimgesucht und regelrecht in die Zange genommen worden.

40.000 sitzen fest
Landesweit gab es mindestens 57 Tote. Schätzungen der Behörden zufolge sitzen insgesamt etwa 40.000 mexikanische und ausländische Touristen in Hotels in dem pittoresken Badeort am Pazifik fest. Der Reiseveranstalter TUI-Österreich berichtete auf APA-Anfrage, dass keine seiner österreichischen Kunden betroffen waren. Die 680.000-Einwohner-Stadt im südwestlichen Bundesstaat Guerrero, in der es fünf Tage ununterbrochen heftig geregnet hatte, war fast vollständig von der Umwelt abgeschnitten.

Krokodile angeschwemmt
Mehr als die Hälfte von Acapulco war überschwemmt - zum Teil stand das Wasser bis zu drei Meter hoch. An einigen Stellen wurden Krokodile an Land geschwemmt, was die Rettungsarbeiten erschwerte. Bewohner der an der Pazifikküste gelegenen Stadt warteten auf den Dächern ihrer Häuser stundenlang auf Hilfe. Erdrutsche hatten die beiden Hauptstraßen nach Acapulco blockiert.

Flughafen unter Wasser
Die Fluggesellschaft Aeromexico teilte mit, der erste Flug, um Touristen aus Acapulco auszufliegen, sei am Dienstag nach Mexiko-Stadt gestartet. Bis zum Ende des Tags hatten mehrere hundert Touristen die Stadt verlassen. Doch selbst im Flughafenterminal stand kniehoch das Wasser. Passagiere wurden direkt auf die Landebahn gefahren, um in ihre Maschinen zu steigen.

Plünderer unterwegs
In der Stadt selbst strömten tausende plündernde Menschen aus einem überschwemmten Großmarkt, wie ein Korrespondent der Nachrichtenagentur AFP berichtete. Sie holten Nahrungsmittel, aber auch Fernsehgeräte und Kühlschränke aus dem Gebäude. Soldaten und Polizisten griffen nicht ein.

"Wir bringen unseren Kindern Nahrungsmittel, es gibt nichts zu essen", sagte eine Frau, die Einkaufstaschen schleppte. Andere trugen Haushaltsgeräte und Matratzen davon. "Wir können sie nicht aufhalten", sagte ein Soldat. "Das ist eine ernsthafte Krisensituation."

Andernorts bildeten Touristen und Anrainer Schlangen an drei Supermärkten, die noch geöffnet hatten und Nahrungsmittel verkauften. Ein schnelles Ende der Probleme ist nicht ins Sicht. Laut Innenminister Miguel Angel Osorio Chong dürfte es zwei bis drei Tage dauern, bis die Zufahrtsstraßen freigeräumt sind.

Am Wochenende hatte zunächst der Tropensturm "Manuel" die Pazifikküste im Westen des Landes erreicht, wenig später wütete der Tropensturm "Ingrid" an der Golfküste im Osten. Der Zivilschutz sprach von einer "leichten Entspannung", die Lage in Bundesstaaten wie Guerrero und Veracruz im Osten wurde jedoch als nach wie vor äußerst kritisch bezeichnet.

Am Mittwoch (Ortszeit) sollte sich "Manuel" laut Wetterdienst an der Küste von Sinaloa Richtung Baja California im Nordwesten des Landes bewegen. Es sei nicht auszuschließen, dass er sich im Laufe des Tages erneut verstärke. Mit einer Auflösung der Unwetterwolken rechneten die Experten erst zum Ende der Woche. An der Golfküste Mexikos und auf der Halbinsel Yucatán sorgten die Reste von Hurrikan "Ingrid" weiter für heftige Regenfälle und Sturmböen.


 

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