Demonstrationen

Ägypten: 9 Tote, Hunderte Verletzte bei Protesten

In mehreren Städten kam es am zweiten Jahrestag der Revolution zu Gewalt.

Bei Ausschreitungen am zweiten Jahrestag des Aufstandes gegen Präsident Hosni Mubarak sind in Ägypten neun Menschen getötet worden. Nach Angaben aus Sicherheitskreisen handelt es sich um junge Männer, die vor dem Gouverneursgebäude in Suez von Schüssen getroffen wurden. Krankenhausärzte und Sanitäter berichteten, insgesamt seien 379 Menschen verletzt worden, als es bei Protestaktionen in mehreren Provinzen zu gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei kam. Unter den Verletzten waren mehrere Dutzend Angehörige der Ordnungspolizei.

Die Proteste richteten sich gegen die einflussreiche Muslimbruderschaft und Staatschef Mohammed Mursi. In Kairo versammelten sich tausende Menschen zu einer Kundgebung auf dem Tahrir-Platz. Jugendliche warfen mit Steinen, die Polizei setzte Tränengas ein. Nach Angaben der Muslimbrüder versuchten Demonstranten, ein Büro der Organisation im Stadtteil Tawfikiya zu stürmen. Im nordostägyptischen Ismailiya zündeten Demonstranten außerdem die Parteizentrale der Muslimbrüder an.

Zudem besetzten Demonstranten die Gebäude der Regionalverwaltung in Ismailiya und im Nildelta. In Alexandria wurden Reifen angezündet, die Polizei setzte Tränengas ein. In Damiette umzingelten Demonstranten das Gebäude der Regionalverwaltung, in Kafr al-Sheikh griffen sie den Vorplatz eines Regierungsgebäudes an. In beiden Städten gab es Augenzeugen zufolge Auseinandersetzungen mit Sicherheitskräften.

Die liberale und linke Opposition hatte zu landesweiten Protesten unter dem Motto "Brot, Freiheit, soziale Gerechtigkeit" aufgerufen. Dies war bereits die Losung vor zwei Jahren. Am 25. Jänner 2011 hatten in Ägypten Proteste gegen den langjährigen Präsidenten Hosni Mubarak begonnen, die am 11. Februar schließlich zum Sturz des Machthabers führten.
 

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