Blutige Unruhen in Burkina Faso

Westafrika

Blutige Unruhen in Burkina Faso

Parlamentsgebäude gestürmt - Präsident will weitere Amtszeit

Nach tagelangen Protesten gegen die Regierung haben aufgebrachte Demonstranten am Donnerstag in Burkina Faso das Parlamentsgebäude gestürmt und in Brand gesetzt. Die Regierung in Burkina Faso sagte umstrittene Pläne zur Verfassungsänderung für eine weitere Amtszeit von Präsident Blaise Compaore ab. Sicherheitskräfte schossen laut Augenzeugen mit scharfer Munition und töteten Demonstranten.

Verarmte Armut
In der Hauptstadt Ouagadougou gingen am Donnerstag erneut tausende Menschen auf die Straße. Viele Bürger wollen mit allen Mitteln verhindern, dass Langzeitpräsident Compaore im nächsten Jahr erneut bei den Wahlen antritt. Burkina Faso mit etwa 17 Millionen Einwohnern ist eines der ärmsten Länder der Welt. Das Parlament kündigte zuletzt eine Verfassungsänderung an, wonach Compaore - der seit 1987 an der Macht ist - eine weitere Amtszeit anstreben könnte.

Informationsminister Alain Edouard Traore sagte nach Eskalieren der Protest am Donnerstagvormittag, die Verfassungsänderung sei abgesagt. In einer Erklärung rief die Regierung die Bevölkerung zur Ruhe auf. Regierungsgegner erklärten jedoch, man werde nicht eher nachgeben, bis Präsident Comapore zurücktrete.

Zusammenstöße mit Polizei
In Ouagadougou kam es zu schweren Zusammenstößen mit der Polizei, berichteten lokale Medien. Die Sicherheitskräfte setzten dabei Berichten zufolge auch scharfe Munition und Tränengas ein. Nach Angaben von Rettungskräften gab es zumindest drei Tote und einige Verletzte beim Sturm auf das Haus von Präsidenten-Bruder Francois Compaore nahe dem Präsidentenpalast. Der jüngere Bruder des Staatschefs sei festgenommen worden. Er habe versucht, außer Landes zu fliehen, berichtete "West Africa Democracy Radio" im senegalesischen Dakar. Das Militär unterstütze die Demonstranten.

Die Europäische Union kritisierte die geplante Verfassungsänderung. Die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton betonte, in einer Demokratie müsse auch ein Wechsel an der Spitze eines Landes möglich sein. "Wir lehnen alles ab, was die Stabilität, eine gleichberechtigte Entwicklung und den Fortschritt hin zur Demokratie beeinträchtigt", sagte sie. Auch die USA und die ehemalige Kolonialmacht Frankreich regierten besorgt.

Durch Putsch im Amt
Der 63-jährige Compaore regiert das Land seit einem Putsch vor fast drei Jahrzehnten. Im Jahr 2000 hatte er die Verfassung schon einmal ändern lassen, um an der Macht zu bleiben. Die Wahlen sind für November 2015 geplant.
 



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