Mehrheit im Senat

Brasiliens Präsidentin Rousseff suspendiert

Nun ist ein Kabinett ohne Beteiligung der Rousseff-Partei geplant.

Brasiliens Staatspräsidentin Dilma Rousseff muss ihr Amt vorläufig abgeben. Der brasilianische Senat stimmte am Donnerstag mit 55 zu 22 Stimmen für eine Suspendierung von zunächst 180 Tagen, um mögliche Amtsverfehlungen Rousseffs juristisch untersuchen zu lassen.

Temer übernimmt Amt
Nachdem eine deutliche Mehrheit im Senat für ein Absetzungsverfahren und damit für eine Suspendierung Rousseffs votiert hat, übernimmt ihr bisheriger Vize-Präsident Michel Temer das Amt. Der 75-Jährige von der Partei der demokratischen Bewegung (PMDB), die die Koalition mit der Arbeiterpartei Rousseffs im März aufgekündigt hatte, will noch am Donnerstag die Regierungsgeschäfte übernehmen.

Temer will ein Kabinett ohne Beteiligung der seit 2003 regierenden Arbeiterpartei bilden. Er wird nun auch die Olympischen Spiele am 5. August in Rio de Janeiro eröffnen.

Aufruf zu Protesten
Rousseff hatte angekündigt, sie wolle gegen 10.00 Uhr (15.00 Uhr MESZ) vor die Presse treten. Auch Temer kündigte für den Nachmittag eine Erklärung an. Rousseffs Arbeiterpartei (PT) rief zu Protesten gegen die Entmachtung der Staatschefin vor dem Präsidentenpalast auf.



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