Rakete Austro-Botschaft Tel Aviv

Rakete erschütterte Austro-Vertretung

Detonation nahe Botschaft: "90 Sekunden Zeit bei Raketenalarm"

Nur 1,4 Kilometer entfernt von Österreichs Vertretung detonierte eine Rakete.

Tel Aviv/Gaza. Die Gewaltspirale dreht sich immer weiter. Keine Feuerpause auch am sechsten Tag der ­Eskalation. Gestern wurden wieder Hunderte Raketen aus dem Gazastreifen auf ­Israel geschossen. Die Warn-App auf dem Handy der ­Bürger geht im Schnitt alle zwei Minuten los.

Hannah Liko: ›90 Sekunden Zeit bei Raketenalarm‹

Sirene. Diesmal fliegen die Geschosse der Terrororganisation Hamas weiter ins Land hinein. In der Großstadt Tel Aviv und in den dicht be­siedelten Vororten hört man zahlreiche Warnsirenen, kurz darauf Explosionen.

Schock. Schockmoment kurz vor 14 Uhr: In der Nachbarschaft der österreichischen Botschaft schlägt eine Rakete ein. Botschafterin Hannah Liko zu ­ÖSTERREICH: „In Tel Aviv haben wir 90 Sekunden Zeit, um bei Raketenalarm den Schutzbunker aufzu­suchen. Diese Angriffe müssen endlich aufhören!“ Außenminister Alexander Schallenberg nimmt gleich Kontakt auf, es geht der Botschafterin und allen Mit­arbeitern gut.

Zwei Raketen schlagen in diesem Gebiet ein. Ein Israeli (50) kommt dabei ums Leben. Weitere 15.000 Raketen Marke Eigenbau (2.500 Euro pro Stück) hat die Hamas bereit.

Vergeltung. Die Vergeltungsschläge Israels treffen am Samstag auch ein Hochhaus in Gaza, darin Büros von Medien, aber auch der Hamas. Die Menschen werden von der israelischen Armee vorgewarnt, das Haus ist leer, als es einstürzt.

Israel droht. Nach mehr als 140 Toten in nur einer Woche drohte Israels Armee der Hamas-Führungsriege mit gezielten Tötungen im Gazastreifen, die in der Nacht auf heute beginnen sollten.

Spera: "Wenn auf Österreich Bomben fallen – wie reagieren wir dann?"

ÖSTERREICH: Ihre Tochter ist in Israel, wie geht es ihr?

Danielle Spera: Das ist für sie nicht sehr leicht zu verdauen. Es macht einen demütig und dankbar, dass wir hier leben dürfen, in ­einem Land in Frieden, in Freiheit und ohne dauernde Angriffe. Denn im Süden Israels ist man permanent diesen Angriffen ausgesetzt.

ÖSTERREICH: Es gibt zahl-reiche Demos gegen Israel. Haben Sie Angst in Wien?

Spera: Ich finde, Angst ist immer ein schlechter Ratgeber. Es ist ganz wichtig, dass wir hier selbstbewusst auch unseren Standpunkt leben. Und es ist wichtig, hervorzukehren, dass Israel eine Demokratie ist und es gilt, diese zu verteidigen. Wir müssen uns vorstellen, dass auf Österreich permanent Bomben fallen – wie reagieren wir dann?



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