Enge Beziehungen des Westens zu libyschem Geheimdienst

"Independent":

Enge Beziehungen des Westens zu libyschem Geheimdienst

Geheimunterlagen von Ex-Außenminister Kussa ausgewertet

Der britische und der US-Geheimdienst haben einem Zeitungsbericht zufolge eng mit der Führung des langjährigen libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi zusammengearbeitet. So habe London unter anderem Details über libysche Oppositionelle im Exil an Gaddafis Geheimdienst weitergeleitet, schreibt die britische Zeitung "The Independent" (Samstagsausgabe) unter Berufung auf Geheimunterlagen, die im Büro des ehemaligen libyschen Außenministers Mussa Kussa gefunden worden.

Kussa hatte sich im Zuge der Proteste gegen Gaddafi im März nach Großbritannien abgesetzt. Obwohl dem ehemaligen Geheimdienstchef Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen werden, konnte Kussa im darauffolgenden Monat nach Katar weiterfliegen.

Der US-Geheimdienst CIA brachte einem Bericht des "Wall Street Journal" zufolge Terrorverdächtige in das nordafrikanische Land, um sie von libyschem Geheimdienst befragen zu lassen. Der CIA wollte demnach 2004 auch eine "ständige Präsenz" in Libyen errichten. Dies gehe aus einem Brief eines hochrangigen CIA-Verantwortlichen an den damaligen Geheimdienstchef Kussa hervor. Die Unterlagen seien nach dem Einmarsch der Aufständischen vergangene Woche in Tripolis von Mitarbeitern der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch in dem ehemaligen Regierungsgebäude gefunden worden, schreibt das Blatt.
 

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