Erdogan: Islamisten-Gruß bei Berlin-Besuch

Staatsbesuch in Deutschland

Erdogan: Islamisten-Gruß bei Berlin-Besuch

Türkei-Präsident Erdogan startete gestern in Berlin seine Staatsvisite in Deutschland. 

Berlin. Recep Tayyip Erdogan kam von der UNO-Vollversammlung in New York, wo er auch Österreichs Präsident Alexander Van der Bellen traf (siehe Kasten rechts). Um 12.36 Uhr landete sein Airbus. Ein gepanzerter Luxus-Maybach brachte ihn und seine Frau Amine zum Hotel Adlon beim Brandenburger Tor.  

Vier Finger. Er winkte seinen Berliner Anhängern durch die heruntergelassene Scheibe zu. Auf der Straße „Unter den Linden“ zeigte er schließlich den Gruß der islamistischen Muslim-Bruderschaft: Vier gestreckte Finger, den Daumen auf die Handfläche gedrückt. Eindeutig das Zeichen der Muslimbrüder, wie es die Anhänger des abgesetzten Staatschefs von Ägypten, Mohammed Mursi, immer zeigten.

Drei Tage.  Erdogan war schon oft in Deutschland. Aber: Noch nie war ein Besuch so umstritten wie jetzt. Das deutsch-türkische Verhältnis ist zerrüttet. 4.000 Polizisten beschützen ihn bei seinem Besuch, Proteste und zahlreiche Demos werden erwartet. Höchste Alarmstufe in Berlin.

Neustart. Erdogan will mit dem Staatsbesuch einen Neustart mit Deutschland.  Kanzlerin Angela Merkel wird ihn gleich  zweimal treffen: 

  • Heute, Freitag, empfängt sie ihn zu einem Mittagessen im Kanzleramt.   
  • Am Abend gibt es ein umstrittenes Staatsbankett mit Präsident Frank-Walter Steinmeier im Schloss Bellevue.
  • Am Samstag trifft Merkel Erdogan zu einem Arbeitsfrühstück. Dann fliegt der Präsident weiter nach Köln, um die Ditib-Zentralmoschee zu eröffnen.
Karl Wendl

Präsident kämpft für Austro-Journalist in Türkei-Haft

Bevor Erdogan nach Deutschland flog, traf er im New Yorker Hotel Peninsula Präsident Van der Bellen und Außenministerin Karin Kneissl. Inhalt des Gesprächs: Den unterbrochenen Dialog mit „einem nicht immer einfachen Partner“ wieder aufzunehmen. Van der Bellen sprach auch die „Inhaftierung von österreichischen Staatsbürger in der Türkei an“. So sitzt seit Wochen der steirische Journalist Max Zirngast in Ankara im Gefängnis. Ihm wird Nähe zu einer „illegalen Organisation“ vorgeworfen: Van der Bellen ersuchte Erdogan um eine positive Lösung.



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