Das Flugzeug landete Sonntagfrüh (Ortszeit) auf dem südkoreanischen Flughafen Muan im Südwesten des Landes ohne ausgeklapptes Fahrwerk, kam nicht rechtzeitig zum Stehen und zerschellte an einer Mauer.
Seoul/Bangkok. Die Piloten des in Südkorea verunglückten Flugzeugs meldeten kurz vor der Bruchlandung einen Vogelschlag. Das berichtet die Nachrichtenagentur Yonhap unter Berufung auf das Verkehrsministerium. Die Piloten hätten einen Mayday-Notruf wegen eines Zusammenpralls mit Vögeln abgesetzt.
- Nur zwei Crew-Mitglieder haben die Bruchlandung überlebt
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- Tower gab Vogelwarnung - dann kam es zur Katastrophe
Damit erhärtet sich der Verdacht, dass ein Vogelschlag in Verbindung mit Problemen am Fahrwerk der Boeing 737-800 von Jeju Air stehen könnte. Der Tower hatte laut den Behörden kurz zuvor noch vor den Vögeln gewarnt.
Flugzeug-Unglück: Video soll Vogelschlag zeigen
???????????? SHOCKING FOOTAGE: BIRD STRIKE SEEN ON JEJU AIR FLIGHT 2216 BEFORE CRASH
— Breaking News (@PlanetReportHQ) December 29, 2024
MBC News releases footage allegedly showing a bird strike moments before the fatal crash of Jeju Air flight 2216. Investigation underway.#JejuAir #Muan #BirdStrike #Crash #SouthKorea #BreakingNews pic.twitter.com/jidQJchCEU
In den sozialen Netzwerken kursiert ein Video, das den Zusammenstoß des Flugzeuges mit Vögeln zeigen soll. Die Aufnahmen zeigen, dass etwas in das Triebwerk einschlägt und daraufhin kurz eine Flamme aus dem Triebwerk schlägt – "typisch für einen Vogelschlag", sagt "Bild"-Luftfahrt-Experte Michael Quandt.
Flugzeug zerschellte an Mauer
Die Maschine landete Sonntagfrüh (Ortszeit) auf dem südkoreanischen Flughafen Muan im Südwesten des Landes ohne ausgeklapptes Fahrwerk, kam nicht rechtzeitig zum Stehen und zerschellte an einer Mauer.
Von den insgesamt 181 Insassen kamen fast alle ums Leben. Lediglich zwei Crew-Mitglieder überlebten. Flug 7C2216 kam aus Bangkok. An Bord befanden sich neben zwei thailändischen Staatsbürgern ausschließlich Koreaner.
Sicherheitschecks in ganz Südkorea angeordnet
Nach dem schweren Flugzeugunglück in Südkorea hat Interimspräsident Choi Sang-mok eine umfassende Sicherheitsüberprüfung des gesamten Luftfahrtsystems des Landes angeordnet. "Sobald die Bergungsarbeiten abgeschlossen sind, wird das Verkehrsministerium gebeten, eine Notfallsicherheitsinspektion des gesamten Flugbetriebssystems durchzuführen, um eine Wiederholung von Flugunfällen zu verhindern", sagte Choi bei einem Meeting zum Krisenmanagement am Montag in Seoul.
Oberste Priorität habe derzeit die Identifizierung der Opfer, die Unterstützung ihrer Familien und die Behandlung der beiden Überlebenden. "Noch bevor die endgültigen Ergebnisse vorliegen, bitten wir die Behörden, den Unfalluntersuchungsprozess transparent offenzulegen und die Hinterbliebenen umgehend zu informieren", so Choi. Die Regierung des Landes will infolge des Unglücks insbesondere alle Maschinen inländischer Fluglinien vom Typ Boeing 737-800 dahingehend überprüfen lassen, ob die Airlines sich an geltende Regeln für das Modell halten, wie das Verkehrsministerium laut der Nachrichtenagentur Yonhap ankündigte.