Friedensnobelpreis geht an Malala

Oslo

Friedensnobelpreis geht an Malala

Mit erst 17 Jahren ist die Pakistanerin die jüngste Nobelpreisträgerin aller Zeiten.

Der diesjährige Friedensnobelpreis geht an zwei Kinderrechtsaktivisten, den Inder Kailash Satyarthi und die erst 17-jährige Pakistanerin Malala Yousafzai. Das gab der Chef des norwegischen Nobelkomitees, Thorbjorn Jagland, am Freitag in Oslo bekannt. Malala, eine Vorkämpferin für Kinderrechte, ist die jüngste Friedensnobelpreisträgerin aller Zeiten.
 



Das Mädchen aus Pakistan setzt sich besonders für Bildung für Mädchen ein. Weltbekannt ist sie, seit ihr die Taliban vor zwei Jahren bei einem Anschlag ins Gesicht schossen. Malala lebt heute in Großbritannien. Ihr Ziel ist es, trotz aller Bedrohungen durch Extremisten nach Pakistan zurückzukehren. Sie will Politikerin werden, sagt sie. Ihr Vorbild ist die 2007 ermordete Ministerpräsidentin Benazir Bhutto.

Sie war in der Schule

Das Mädchen erfuhr während des Unterrichts von der Verleihung des Nobelpreises. "Malala ist wie immer heute in der Schule", sagte eine Sprecherin. Sie werde später eine Pressekonferenz geben. Malala besucht seit März 2013 die private Egbaston High School in Birmingham.

Der 60-jährige Aktivist Kailash Satyarthi hat es sich zur Lebensaufgabe gemacht, Kindern eine Kindheit zu geben. Er gründete die Organisation Bachpan Bachao Andolan (Bewegung zur Rettung der Kindheit) und rettete Tausende aus Sklaverei und Schuldknechtschaft. Allein in seiner Heimat Indien schuften offiziellen Zensusdaten zufolge 12,6 Millionen Kinder - sie müssen Müll sammeln, Steine schlagen, Obst an Marktständen verkaufen oder Tee servieren. Satyarthi wurde nach eigenen Angaben mehrfach wegen seiner Arbeit brutal körperlich angegriffen.

Zu den Errungenschaften seines Kampfes gehört unter anderem die Einführung eines Siegels in der Teppichindustrie, das Produkte kennzeichnet, die ohne Kindersklaven hergestellt werden. Dem Engagement solcher Aktivisten wie Satyarthi ist es zu verdanken, dass die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) 1999 in ihrer Konvention 182 festgelegt hat, dass "unverzügliche und wirksame Maßnahmen zu treffen sind, um sicherzustellen, dass die schlimmsten Formen der Kinderarbeit vordringlich verboten und beseitigt werden".

Preis widmet er den Kindern
Satyarthi widmete den Preis in einer ersten Reaktion "all jenen Kindern, die unter Sklaverei, Zwangsarbeit und Kinderhandel leiden".

Das Nobel-Komitee begründete seine Entscheidung damit, dass Satyarthi in der Tradition von Gandhi großen Mut bewiesen und viele friedliche Demonstrationen und Proteste angeführt habe, die sich gegen die Ausbeutung und Versklavung von Kindern richteten. Yousafzai habe trotz ihrer Jugend schon seit vielen Jahren für das Recht der Mädchen auf Bildung gekämpft. Sie sei ein Beispiel dafür, dass auch schon Kinder und Jugendliche einen Beitrag dazu leisten können, ihre Lage zu verbessern.

"Kinder müssen zur Schule gehen und dürfen nicht finanziell ausgebeutet werden", sagte der Präsident des Nobelkomitees, Thorbjörn Jagland. "Besonders in Konfliktgebieten führt die Verletzung der Rechte von Kindern zur Fortsetzung der Gewalt von Generation zu Generation." Das Nobelkomitee bezeichnete es als "wichtigen Punkt", eine Muslimin aus Pakistan und einen Hindu aus Indien für ihr gemeinsames Engagement auszuzeichnen. Beide Religionsgruppen und Staaten haben eine lange Geschichte gewaltsamer Auseinandersetzungen und Kriege.

Derzeit gebe es etwa 168 Millionen Kinderarbeiter in der Welt, sagte der Chef des Nobel-Komitees, Thorbjoern Jagland. "Im Jahr 2000 war diese Zahl um 78 Millionen höher." Die Welt komme ihrem Ziel näher, Kinderarbeit zu beseitigen.

877.000 Euro
Die Auszeichnung ist mit acht Millionen schwedischen Kronen (rund 877.000 Euro) dotiert. Im vergangenen Jahr war die Organisation für das Verbot von Chemiewaffen (OPCW) geehrt worden. Der Friedensnobelpreis wird als einziger der prestigeträchtigen Preise nicht in Stockholm, sondern von einer Jury in Oslo vergeben. Dort wird er am 10. Dezember, dem Todestag des Dynamit-Erfinders und Preisstifters Alfred Nobel, auch überreicht.

 In Pakistan löste die Zuerkennung des Friedensnobelpreises an Yousafzai Begeisterung aus. Premierminister Nawaz Sharif bezeichnete die 17-jährige Malala als "Stolz Pakistans". Der private Sender Geo TV berichtete, dass die Menschen in Yousafzais Heimatort Mingora im Swat-Tal sich auf den Straßen gegenseitig zu der Errungenschaft der 17-Jährigen gratulierten.


Diashow: Malala: Sie erhält Friedensnobelpreis

Malala lebt heute in Großbritannien. Ihr Ziel ist es, trotz aller Bedrohungen durch Extremisten nach Pakistan zurückzukehren. Sie will Politikerin werden, sagt sie. Ihr Vorbild ist die 2007 ermordete Ministerpräsidentin Benazir Bhutto.

Malala lebt heute in Großbritannien. Ihr Ziel ist es, trotz aller Bedrohungen durch Extremisten nach Pakistan zurückzukehren. Sie will Politikerin werden, sagt sie. Ihr Vorbild ist die 2007 ermordete Ministerpräsidentin Benazir Bhutto.

Malala lebt heute in Großbritannien. Ihr Ziel ist es, trotz aller Bedrohungen durch Extremisten nach Pakistan zurückzukehren. Sie will Politikerin werden, sagt sie. Ihr Vorbild ist die 2007 ermordete Ministerpräsidentin Benazir Bhutto.

Malala lebt heute in Großbritannien. Ihr Ziel ist es, trotz aller Bedrohungen durch Extremisten nach Pakistan zurückzukehren. Sie will Politikerin werden, sagt sie. Ihr Vorbild ist die 2007 ermordete Ministerpräsidentin Benazir Bhutto.

Malala lebt heute in Großbritannien. Ihr Ziel ist es, trotz aller Bedrohungen durch Extremisten nach Pakistan zurückzukehren. Sie will Politikerin werden, sagt sie. Ihr Vorbild ist die 2007 ermordete Ministerpräsidentin Benazir Bhutto.

Malala lebt heute in Großbritannien. Ihr Ziel ist es, trotz aller Bedrohungen durch Extremisten nach Pakistan zurückzukehren. Sie will Politikerin werden, sagt sie. Ihr Vorbild ist die 2007 ermordete Ministerpräsidentin Benazir Bhutto.

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 13:42

Einladung

Der indische Friedensnobelpreisträger Kailash Satyarthi fordert seine pakistanische Mit-Preisträgerin Malala Yousafzai zur Zusammenarbeit auf. "Ich lade sie dazu ein, dass wir uns die Hände reichen und einen neuen Kampf für Frieden auf unserem Subkontinent beginnen", sagte soeben dem indischen Nachrichtensender NDTV.

 12:41

Malala: Das ist die Friedensnobelpreisträgerin

Diashow Malala: Sie erhält Friedensnobelpreis

Sie setzt sich für Kinderrechte ein

Malala lebt heute in Großbritannien. Ihr Ziel ist es, trotz aller Bedrohungen durch Extremisten nach Pakistan zurückzukehren. Sie will Politikerin werden, sagt sie. Ihr Vorbild ist die 2007 ermordete Ministerpräsidentin Benazir Bhutto.

Sie setzt sich für Kinderrechte ein

Malala lebt heute in Großbritannien. Ihr Ziel ist es, trotz aller Bedrohungen durch Extremisten nach Pakistan zurückzukehren. Sie will Politikerin werden, sagt sie. Ihr Vorbild ist die 2007 ermordete Ministerpräsidentin Benazir Bhutto.

Sie setzt sich für Kinderrechte ein

Malala lebt heute in Großbritannien. Ihr Ziel ist es, trotz aller Bedrohungen durch Extremisten nach Pakistan zurückzukehren. Sie will Politikerin werden, sagt sie. Ihr Vorbild ist die 2007 ermordete Ministerpräsidentin Benazir Bhutto.

Sie setzt sich für Kinderrechte ein

Malala lebt heute in Großbritannien. Ihr Ziel ist es, trotz aller Bedrohungen durch Extremisten nach Pakistan zurückzukehren. Sie will Politikerin werden, sagt sie. Ihr Vorbild ist die 2007 ermordete Ministerpräsidentin Benazir Bhutto.

Sie setzt sich für Kinderrechte ein

Malala lebt heute in Großbritannien. Ihr Ziel ist es, trotz aller Bedrohungen durch Extremisten nach Pakistan zurückzukehren. Sie will Politikerin werden, sagt sie. Ihr Vorbild ist die 2007 ermordete Ministerpräsidentin Benazir Bhutto.

Sie setzt sich für Kinderrechte ein

Malala lebt heute in Großbritannien. Ihr Ziel ist es, trotz aller Bedrohungen durch Extremisten nach Pakistan zurückzukehren. Sie will Politikerin werden, sagt sie. Ihr Vorbild ist die 2007 ermordete Ministerpräsidentin Benazir Bhutto.

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 12:20

Das 1. Statement von Satyarthi:

Der frisch gekürte Friedensnobelpreisträger Kailash Satyarthi widmet seine Auszeichnung den Kinderarbeitern, für deren Rechte er seit Jahrzehnten kämpft. "Mit diesem Preis finden die Stimmen von Millionen von Kindern Gehör - Stimmen, die bisher nicht gehört wurden", sagte Satyarthi soeben.

"Meine beschränkten und bescheidenen Bemühungen haben es auch mit ermöglicht, dass die Stimmen von Millionen von Kindern, die in Sklaverei leben, gehört werden konnten", fuhr der 60-Jährige fort. Die Auszeichnung könne alle Menschen in Indien glücklich machen, sagte Satyarthi. "Es ist eine Ehre für die 1,25 Milliarden Inder. Es ist das erste Mal, dass ein Inder den Friedensnobelpreis gewonnen hat."

 11:49

Das Video: So wurde die Nobelpreis-Vergabe bekanntgegeben:

Video zum Thema Friedensnobelpreis Vergabe

Es tut uns leid. Dieses Video ist nicht mehr verfügbar.

 11:36

Rückblick: Das passierte mit Malala

Das pakistanische Mädchen war 2012 wegen ihres Einsatzes für Schulbildung für Mädchen von radikalislamischen Taliban bei einem Anschlag schwer verletzt worden. Dennoch setzte sie ihren Kampf fort. Malala wurde nach dem Angriff zur Behandlung nach Großbritannien gebracht, wo sie bis heute lebt.

Bekannt wurde Malala mit einem Blog für den britischen Rundfunksender BBC, den sie im Alter von elf Jahren zu schreiben begann. Darin beschrieb die Tochter eines Schulleiters ihr Leben unter den radikalislamischen Taliban, die vorübergehend das Swat-Tal an der Grenze zu Afghanistan kontrollierten, bevor die Armee sie wieder vertrieb. Sie schrieb von den Gräueltaten der sogenannten Gotteskrieger, vor allem gegen Frauen und Kinder.

 11:22

Die Jury bei der Bekanntgabe:

nobelpreis.jpg © APA

(c) APA, Thorbjorn Jagland, Vorsitzender des Nobelpreis-Komitees gibt die Entscheidung bekannt.

 11:18

Die Begründung im Wortlaut

Die Auszeichnung von Malala und Satyarthi erfolgt für den "Kampf gegen die Unterdrückung von Kindern und Jugendlichen und ihren Einsatz für das Recht auf Bildung für alle Kinder", wie das Komitee soeben mitteilt. Der Preis ist mit acht Millionen schwedischen Kronen (rund 874.000 Euro) dotiert.

 11:09

Das sind die Gewinner: Malala und Kailash Satyarthi.

Das 17-jährige Mädchen Malala Yousafzay aus Pakistan, das 2012 in einem Schulbus von Taliban beinahe getötet wurde, galt bereits im letzten Jahr als Favoritin für den Preis. Jetzt erhielt sie den berühmtesten Preis der Welt - zusammen mit dem Kinderrechtler Kailash Satyarthi.

 11:03

Der Friedensnobelpreis 2014 geht an Malala ...

.. und den Kinderrechtler Kailash Satyarthi aus Indien.

 11:00

Es geht los!

"Ladies and gentleman, good morning". Mit diesen Worten beginnt die Pressekonferenz.

 10:58

Die Spannung steigt....

... in einer Minute tritt die Jury vor die Presse...Unzählige Journalisten belagern die Türe, aus der der Sprecher gleich kommen wird.

 10:46

Das Komitee

In der Akademie in Stockholm mit regulär 18 Sitzen entscheiden die Experten, darunter schwedische Schriftsteller, Linguisten und Historiker, über die Vergabe. In Kürze tritt die Jury vor die Presse. +++ Wir berichten LIVE +++

 10:40

Die Vergabe im LIVE-VIDEO

Die Bekanntgabe können Sie auch im LIVE-Stream verfolgen. Mehr dazu HIER >>>

 10:27

Noch eine halbe Stunde....

... dann wird der Sieger in Oslo bekanntgegeben. Rückblick: Letztes Jahr hat übrigens eine Organisation den Friedensnobelpreis bekommen, und zwar die "Organisation für das Verbot von Chemiewaffen". Man darf gespannt sein, wen das Kommitee heuer auserkoren hat.

 10:03

„Migranten-Heldin“

„Gegnerin“ des Papstes ist Giusi Nicolini, Bürgermeisterin der italienischen 6.500-Seelen-Insel Lampedusa. Die meisten der für heuer erwarteten 150.000 Flüchtlinge erreichen hier europäischen Boden. Tausende weitere verzweifelte Menschen aus Afrika und Asien werden bis Jahresende auf der Insel ankommen. Nicolini gilt nicht nur auf Lampedusa als „Heldin für die Migranten“.

Unter den Nominierten sind auch US-Whistleblower Edward Snowden, Kinderrechtsaktivistin Malala Yousafzai und der deutsche Altkanzler Helmut Kohl.

 09:10

Mit der Verkündung geht die Woche der Nobelpreise zu Ende. Seit Montag hatten Jurys in Stockholm Preisträgern Auszeichnungen in Medizin, Physik, Chemie und Literatur zugesprochen. Alle Preise sind mit jeweils acht Millionen schwedischen Kronen (rund 876.000 Euro) dotiert.

 09:00

Die Bekanntgabe des Friedensnobelpreisträgers erfolgt um 11 Uhr. Insgesamt 278 Kandidaten wurden heuer vorgeschlagen - das ist ein neuer Rekord.