Dhaka

Turm höher gebaut als erlaubt

Hochhausbrand in Dhaka: Austro-Konsul festgenommen

Bei dem verheerenden Feuer in Bangladeschkamen 25 Menschen ums Leben.

Nach dem Brand eines Hochhauses in der Stadt Dhaka in Bangladesch, bei dem am vergangenen Donnerstag nach offiziellen Angaben mindestens 25 Personen ums Leben gekommen sind, ist der österreichische Honorarkonsul in Dhaka festgenommen worden. Die Sprecherin des Außenministeriums, Maria Holzmann, bestätigte der APA am Mittwochabend eine entsprechende Meldung.

Die Festnahme war bereits am Samstag erfolgt, berichtete die lokale Internet-Zeitung "bdnews.24.com". Tasvir Ul Islam, Missionschef des österreichischen Honorarkonsulats in Dhaka, soll demnach Mitbesitzer des 22-stöckigen Bürogebäudes sein, in dem das verheerende Feuer ausbrach. Behördenangaben zufolge sollen Flucht-Stiegenhäuser gefehlt haben und illegal mehrere Stockwerke auf den FR Tower draufgesetzt worden sein.

Kein Mitbesitzer, nur zwei Stockwerke gekauft

Die Sprecherin des Außenministeriums, Maria Holzmann, erklärte im Gespräch mit der APA, Tasvir Ul Islam sei nicht Mitbesitzer des Hochhauses: "Er hat Teile des Gebäudes - nämlich die Stockwerke 20 bis 22 - käuflich erworben und als Büros genutzt." Mit der Errichtung des FR Tower dürfte der Unternehmer aber nicht befasst gewesen sein. Neben den Honorarkonsul wurde auch der Eigentümer der Liegenschaft festgenommen.

Im FR Tower war auch das österreichische Honorarkonsulat untergebracht. Dieses war vom Feuer nicht unmittelbar betroffen, Mitarbeiter kamen nicht zu Schaden. Das Feuer war im achten Stock ausgebrochen und hatte sich bis zur zehnten Etage erstreckt, ehe die Flammen eingedämmt werden konnten. Mittlerweile wurde das Honorarkonsulat an eine nahe gelegene Adresse übersiedelt. "Der Betrieb ist gesichert", betonte Holzmann.

Die Festnahme des Unternehmers könnte politische Hintergründe haben. Tasvir Ul Islam gehörte dem Kabinett von Ziaur Rahman an, dem sechsten Präsidenten Bangladeshs und dem Gründer der religiös-konservativen Bangladesh Nationalist Party (BNP). Zuletzt hatte er erfolglos für die BNP um einen Sitz im Parlament kandidiert.
 



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