Japan: Vorübergehende Tsunami-Warnung

Starkes Erdbeben

Japan: Vorübergehende Tsunami-Warnung

Erschütterungen mit der Stärke 6,8 vor der Küste von Fukushima.

Nach zahlreichen Nachbeben infolge des verheerenden Erdbebens vom 11. März ist der Nordosten Japans am Freitag erneut von einem schweren Erdstoß erschüttert worden. Das Beben der Stärke 6,8 ereignete sich nach Angaben der japanischen Behörden in einer Tiefe von 20 Kilometern vor der Küste, an der auch das havarierte Atomkraftwerk Fukushima liegt. Eine ausgegebene Tsunami-Warnung wurde später wieder aufgehoben.

Sirenen heulten nach dem Beben entlang der Nordostküste, wo die Menschen durch hunderte Nachbeben in den vergangenen fünf Monaten traumatisiert sind. In der Stadt Ishinomaki, in der durch das Beben der Stärke 9,0 vom März mehr als 4.000 Menschen ums Leben gekommen waren, ließ der neue Erdstoß die Häuser so stark schwanken, dass zahlreiche Menschen unter den Tischen in ihren Büros Zuflucht suchten. Die Bürger seien aufgefordert worden, sich in höher gelegene Gegenden in Sicherheit zu bringen, sagte eine Rathaussprecherin. Selbst im 250 Kilometer weiter südlich gelegenen Tokio schwankten Gebäude.

Die Tsunami-Warnung wurde jedoch nach 40 Minuten wieder aufgehoben, da an der Küste keine Veränderung des Meeresspiegels festgestellt worden sei, erklärte das Wetteramt in Tokio. An der Küste, an der auch das havarierte Atomkraftwerk Fukushima liegt, waren demnach Wellen von bis zu einem halben Meter Höhe erwartet worden. Berichte über Opfer oder mögliche Schäden gab es nach dem Beben nicht. Ein Sprecher des Wetteramts warnte, dass mit weiteren Nachbeben zu rechnen sei.

Auch am Atomkraftwerk Fukushima entstanden nach Angaben der Betreiberfirma Tepco keine neuen Schäden. Es sei nichts "Unnormales" an der Anlage festgestellt worden, sagte eine Unternehmenssprecherin. Aus Sicherheitsgründen seien zwischenzeitlich aber alle Arbeiter evakuiert worden.

Das Beben der Stärke 9,0 und ein anschließender Tsunami hatten am 11. März verheerende Schäden in der Region angerichtet. Mehr als 20.000 Menschen starben oder gelten als vermisst. Beben und Tsunami lösten am Atomkraftwerk Fukushima zudem die größte Atomkatastrophe seit dem GAU von Tschernobyl vor 25 Jahren aus.
 

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