Griechenlands Premier ist skeptisch

Sparpaket ist durch

Jetzt bluten die Griechen

Brutale Einsparungen beschlossen - Rentner und Beamte müssen zahlen.

Es brodelt in Griechenland: Mit Generalstreiks und Straßenschlachten protestiert das Volk seit Tagen gegen die harten Sparmaßnahmen der Athener Koalitionsregierung. Doch es kommt noch schlimmer – viel schlimmer.

Denn die Regierung hat sich am Donnerstag auf ein neues, brutales Sparpaket geeinigt. Um 12 Milliarden Euro soll diesmal das Budget gekürzt werden, die Kontroll-Troika von EU, Euro-Zentralbank und Währungsfonds muss noch zustimmen. Bis dahin hält die Regierung die konkreten Einsparungen geheim.

Geschröpft
Doch griechische Zeitungen berichten, dass diesmal speziell Rentner und Beamte geschröpft werden. Die Gewerkschaften rechnen mit Kürzungen von Löhnen und Renten zwischen sechs und 20 Prozent. Die griechischen Arbeitnehmer haben aber bereits etwa 30 Prozent ihres Einkommens verloren.Außerdem wird der Renteneintritt von 65 auf 67 Jahre erhöht.

Das Sparpaket ist Voraussetzung, damit die Griechen 31,5 Milliarden neue Hilfsgelder kassieren können. Diese seit Monaten zurückgehaltenen Milliarden werden dringend benötigt, um Geld in die angeschlagenen Banken zu pumpen und fällige Kredite an Gläubiger zurückzuzahlen.

Anarchie
Allerdings ist das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht, es kann noch deutlich schlechter werden. Die Troika schätzt, dass der Einsparbedarf im griechischen Budget inzwischen nicht mehr 12 Mrd. Euro beträgt, sondern zwischen 20 und 30 Milliarden Euro. Dann würde Anarchie ausbrechen, fürchtet die EU.

Spaniens Doppelschlag
Nicht nur die Griechen, auch die Spanier müssen bluten. Die Regierung hat am Donnerstag das strengste Sparbudget in der jüngeren Geschichte des Landes verabschiedet. Das Budget soll im kommenden Jahr um 40 Milliarden Euro gekürzt werden.

Dabei hatte die konservative Regierung von Ministerpräsident Mariano Rajoy den Spaniern heuer bereits Einsparungen von 27,3 Milliarden Euro zugemutet. Die viertgrößte EU-Wirtschaftsmacht sieht sich zum drastischen Sparkurs gezwungen, weil sie ihr Budgetdefizit abbauen muss. Jetzt kommen Einschnitte bei Pensionen, neue Steuern und Lohnstopps.

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