Analyse von Karl Wendl

Krieg gegen den Terror – haben wir verloren?

Krieg gegen den Terror – haben wir verloren?
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Lehren aus der Afghanistan-Mission.
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Ex-Präsident George Bush schickte nach 9/11 die US-Armee nach Afghanistan.

Rache. Erst brachte das Inferno Schock, dann Wut. Es war mehr, als ein Mensch ertragen kann. Von einer Minute zur anderen war damals nichts mehr so wie zuvor, die Welt war zerrissen: Fassungslos sahen wir, wie in New York die Türme in sich zusammenfielen, Tausende in Schutt und knöcheltiefem Staub begraben wurden. Es gab noch keine Foto-Handys, kein WhatsApp, kein Twitter und Facebook. Ein Gefühl verbreitete sich blitzartig weltweit: „Rache!“

Im Krieg. Ich hab es begrüßt und beklatscht, als George Bush am 7. Oktober seine Elite-Soldaten nach Afghanistan schickte. Es wäre für den US-Präsident einfach unmöglich gewesen, nicht militärisch zu reagieren. Terror-Fürst Osama bin Laden, Chef der Al-Kaida, versteckte sich in seiner Felsenfestung Tora Bora. Dutzende Ausbildungslager seiner Killertruppen befanden sich am Hindukusch. Ungestört konnten die bärtigen Monster ihren Islam-Fanatismus verbreiten und den Krieg nach Amerika tragen. Hätte Bush nicht hart reagiert, wäre das ein Offenbarungseid gewesen.

Erfolg. Osama bin Laden konnte später in Pakistan getötet werden. Ein US-Kommando erschoss ihn. Damit wäre das Ziel eigentlich erreicht gewesen, der Kopf der Terror-Schlange Al-Kaida war abgeschlagen. Der Job war erledigt. Schließlich war der Einsatz nie als Krieg für Demokratie in der Welt, sondern ein Krieg aus Angst und gegen einen unbe­rechenbaren Feind definiert gewesen.

Taliban. Das wurde aber nie ausgesprochen. Für Amerika und die Alliierten wurde die Invasion in Afghanistan jedenfalls zum längsten Krieg, der mit einem Misserfolg endete. Es gelang nicht, Afghanistan in eine stabile, nach unserem Vorbild ­geprägte Nation zu verwandeln. Eine Mission impossible. Das Land war stets nur eine Fassaden-Demokratie. Jetzt sitzen die Taliban an der Macht. Ex-Terroristen. Zumindest jetzt sollte man klar definieren, was man von ihnen will. Sonst droht das nächste Desaster.

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