Gaddafi hortet 144 Tonnen Gold

Der Schatz des Diktators

Gaddafi hortet 144 Tonnen Gold

Der libysche Präsident könnte seine Reserven in Waffen umtauschen.

Libyens Machthaber Muammar al-Gaddafi hortet laut "Financial Times" (FT) einen milliardenschweren Schatz, mit dem er seinen Krieg finanzieren und den Sanktionen des Westens trotzen kann. Seine Reserven gehören demnach zu den größten der Welt.

Gegenwert von 4,6 Milliarden Euro
Nach Angaben des Internationalen Währungsfonds (IWF) sind in der libyschen Zentralbank mindestens 143,8 Tonnen Gold gelagert, schreibt "Spiegel Online" weiter unter Berufung auf die "Financial Times". Das würde etwa 6,5 Milliarden Dollar (4,58 Mrd Euro) entsprechen.

Laut IWF ist Gaddafis Goldvermögen damit unter den Top 25 der Welt. Schätzungen zufolge könnten die Reserven sogar noch größer sein. Der angesichts der aktuellen Unruhen in Nordafrika stark gestiegene Goldpreis treibt das Vermögen zusätzlich in die Höhe.

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    Monatelanger Krieg finanzierbar
    Gaddafi hat direkten Zugriff auf die Zentralbank. Der Zeitung zufolge kann er so problemlos über Monate einen Krieg gegen die Rebellen im eigenen Land und gegen den Westen finanzieren.

    Die Frau des geschassten tunesischen Präsidenten Zine el-Abadine Ben Ali dagegen soll bei ihrer Flucht ins Ausland Anfang des Jahres vergleichsweise lächerliche eineinhalb Tonnen Gold eingesteckt haben.

    Gaddafi könnte Reserven verlagert haben
    Die Sanktionen, die die USA und die Europäische Union erst Anfang März gegen das Regime des Diktators verhängt haben, drohen damit zur Farce zu verkommen. Zwar haben zahlreiche Staaten alle Konten Gaddafis eingefroren und die Geldflüsse nach Libyen gesperrt, davon ist auch die Zentralbank in Tripolis betroffen. Doch Gaddafi könnte die Reserven bei Beginn der Unruhen von Tripolis ins südlich gelegene Sabha gebracht haben, vermutet die "FT". Die afrikanischen Nachbarstaaten Tschad und Niger sind von dort schneller zu erreichen. Die Stämme um die Sahara-Stadt Sabha gelten überwiegend als Gaddafi-treu.

    Die Verlagerung wäre ein geschickter Schachzug des Diktators, um an Bargeld zu kommen. Denn wegen der internationalen Sanktionen dürfen Banken und andere Handelshäuser keine Geschäfte mit Gaddafis Regime machen. In Niger oder im Tschad dagegen wäre ein Umtausch in der Libyschen Auslandsbank möglich. "Sollte ein Land wie Libyen sein Gold zu Geld machen wollen, wird das vermutlich in Form eines Umtauschs stattfinden - in Waffen, Lebensmittel oder eben in Bargeld", sagte Walter de Wet von der Standard Bank der "FT".

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