Landtagswahl

Nach Aiwanger-Eklat: Freie Wähler in Bayern im Umfragehoch

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Weniger als drei Wochen vor der Landtagswahl in Bayern befinden sich die Freien Wähler weiter im Umfragehoch.  

Eine am Dienstag veröffentlichte Erhebung des Instituts GMS für den Fernsehsender Sat.1 sieht die Partei von Bayerns Vize-Ministerpräsident und Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger bei einer Zustimmung von 17 Prozent. Das sind trotz Aiwangers Affäre um ein antisemitisches Flugblatt vier Prozentpunkte mehr als Anfang September.

Der CSU von Ministerpräsident Markus Söder drohen laut Umfrage hingegen historisch schwache 36 Prozent - zwei Punkte weniger als Anfang September von GMS erhoben. Die Grünen können um einen Punkt auf 14 Prozent zulegen, während die AfD bei 14 Prozent stagniert. Die SPD erreicht mit neun Prozent einen Punkt mehr. Die FDP verliert einen Punkt und müsste mit drei Prozent den Landtag verlassen.

Andere Umfragen zeichneten zuletzt ein ähnliches Bild. Für die repräsentative Erhebung wurden von Mittwoch bis Montag 1.004 Wahlberechtigte telefonisch befragt.

Für die Wahlentscheidung spielt der Befragung zufolge die bayerische Landespolitik mit 58 Prozent die größere Rolle, eine starke Minderheit von 36 Prozent will sich aber vor allem an der deutschen Bundespolitik orientieren. Alle drei Ampel-Parteien leiden demnach in Bayern unter ihren deutschlandweiten Werten, besonders ausgeprägt ist dies bei der FDP. Die Unzufriedenheit mit der Ampel-Regierung erreichte dabei mit 79 Prozent in Bayern einen neuen Höchststand.

Die Zustimmung zur Landesregierung Söders wuchs dagegen wieder, 51 Prozent sind nach der Flugblattaffäre mit der Arbeit zufrieden. Im August waren es 48 Prozent. Auch Söders persönliche Umfragewerte besserten sich, 56 Prozent sehen ihn als guten Ministerpräsidenten. Im Juni waren es 51 Prozent.

Eine vom Magazin "Stern" veröffentlichte Forsa-Umfrage mit bundesweiter Ausrichtung ergab für Söder, dass ihn 64 Prozent der Deutschen für führungsstark halten, aber nur 29 Prozent für vertrauenswürdig. Danach sagen 65 Prozent der Deutschen, dass Söder verständlich rede. Trotzdem finden ihn nur 34 Prozent sympathisch.

49 Prozent schätzen ihn als kompetent ein - und 47 Prozent meinen, dass er wisse, was die Menschen bewege. Bei der Führungsstärke liegt Söder vor CDU-Chef und Oppositionsführer Friedrich Merz mit 46 Prozent und Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD), den laut Forsa nur 23 Prozent führungsstark finden. Bei der Vertrauenswürdigkeit hat allerdings nur FDP-Chef Christian Lindner schlechtere Werte.

Söder stellt sich am Samstag auf einem CSU-Parteitag in München als CSU-Chef zur Wiederwahl. Mit Spannung wird sein Ergebnis bei der als sicher geltenden Wiederwahl erwartet. Bei seiner jüngsten Wahl zum CSU-Chef erhielt er vor zwei Jahren mit 87,6 Prozent einen Dämpfer.

Die Landtagswahl in Bayern findet am 8. Oktober zeitgleich mit derjenigen in Hessen statt. Im Jahr 2018 holte Söders CSU nur 37,2 Prozent der Stimmen in Bayern - das schlechteste Landtagswahlergebnis seit fast 70 Jahren. Seither regiert er mit den Freien Wählern und will diese Koalition auch fortsetzen. Aiwanger räumte zuletzt ein, dass in seiner Schulzeit ein antisemitisches Flugblatt in seiner Tasche gefunden worden war. Sein Bruder gab an, er habe dieses verfasst.

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