Prozess-Start gegen Kirchen-Bomber

Spanien

Prozess-Start gegen Kirchen-Bomber

2013 ließen die Anarchisten einen Sprengsatz in der Kathedrale detonieren.

Am Dienstag hat in Madrid der Prozess gegen die beiden angeblichen Attentäter begonnen, die im Oktober 2013 einen Sprengstoffanschlag auf die Kathedrale "Basilica del Pilar" im nordspanischen Saragossa verübt haben sollen.

44 Jahre Haft
Die spanische Staatsanwaltschaft fordert für die beiden Linksextremisten, die verdächtig werden, der anarchistischen Gruppe "Kommando Mateo Morral" anzugehören, 44 Jahre Haft. Bei den Tätern handelt es sich um ein chilenisches Pärchen. Den Südamerikanern werden unter anderem Zugehörigkeit zu einer terroristischen Organisation und terroristische Aktivitäten vorgeworfen. Beide erklärten sich am Dienstag für unschuldig.

Die mutmaßlichen Bombenleger stehen zudem unter Verdacht, im Februar 2013 einen ähnlichen Anschlag in Madrid versucht zu haben. Sicherheitskräfte konnten einen Sprengsatz in der Madrider Almudena-Kathedrale jedoch vor der Detonation entschärfen. Die beiden Angeklagten sollen vor 2013 zudem Anschläge auf mehrere Kirchen in Chile verübt haben.

Erheblicher Sachschaden
In Saragossa ließen sie im zentralen Kirchengang der Kathedrale rund zwei Kilo Schwarzpulver detonieren. Obwohl sich zum Zeitpunkt der Explosion zahlreiche Besucher in der Kathedrale aufhielten, wurde nur eine Frau leicht verletzt. Der entstandene Sachschaden betrug 182.601 Euro.

Die anarchistische Gruppe "Kommando Mateo Morral" hatte sich am nächsten Tag zum Bombenanschlag bekannt. In ihrem Bekennerschreiben erklärte die Organisation, man habe zehn Minuten vor der Detonation die Kathedrale und verschiedene Zeitungen auf den bevorstehenden Anschlag hingewiesen, da man "keine Gläubigen oder Touristen verletzen" wollte.

Symbolcharakter
Als Grund für den Sprengstoffanschlag nannten sie den Symbolcharakter der Kathedrale, die der Jungfrau "El Pilar" geweiht ist, der Schutzheiligen Spaniens, der Monarchie und der paramilitärischen Polizei Guardia Civil. Die Basilika gehört zudem zu den größten und wichtigsten Barockkirchen Spaniens.

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