Russland: 'Wir wollen keine Eskalation'

Syrien-Streit

Russland: 'Wir wollen keine Eskalation'

Russisches Außenministerium ruft in Syrien-Konflikt zu Ruhe auf.


 Das russische Außenministerium hat im Syrien-Konflikt zur Besonnenheit aufgerufen. "Wir wollen keine Eskalation", sagte Sprecherin Maria Sacharowa am Donnerstag Agenturen zufolge. "Aber wir werden auch keine lügenhaften Anschuldigungen unterstützen." Sie bezeichnete die Vorwürfe des Westens als falsch, die syrische Regierung habe Chemiewaffen gegen Zivilisten eingesetzt.
 

Angriff wäre Verstoß gegen UN-Regeln

"Wir hoffen, dass unsere Partner klug genug sind, zu den Grundlagen des Rechts zurückzukehren." US-Drohungen mit einem Angriff auf Syrien bezeichnete sie als Verstoß gegen die Regeln der Vereinten Nationen. Sie ging nicht ins Detail.

Niemand habe westliche Politiker ermächtigt, "die Rolle der Weltpolizei zu übernehmen" und dabei gleichzeitig "Ermittler, Staatsanwalt, Richter und Vollstrecker" zu sein. Russlands Position im Syrien-Konflikt sei "vollkommen klar und festgelegt", fügte Sacharowa hinzu: "Wir streben keine Eskalation an."

Der Kreml teilte mit, Präsident Wladimir Putin habe in einem Telefonat mit seinem türkischen Kollegen Recep Tayyip Erdogan über die Lage in Syrien gesprochen. Putin äußerte dabei seine Besorgnis angesichts der gespannten Lage in Syrien und rief zu einer Aktivierung des politischen Prozesses im Syrien-Konflikt aus.
 

Drohungen von den USA und Frankreich

US-Präsident Donald Trump hatte am Mittwoch mit markigen Worten einen Raketenangriff der US-Streitkräfte in Syrien angekündigt und dabei Russland vor einer weiteren Unterstützung des syrischen Machthabers Bashar al-Assad gewarnt. Eine endgültige Entscheidung ist aber noch nicht gefallen. "Alle Optionen liegen auf dem Tisch", sagte eine Sprecherin des Weißen Hauses. Am Donnerstagmorgen relativierte dann auch Trump seine Drohung: Ein Angriff "könnte sehr bald oder überhaupt nicht so bald" erfolgen, erklärte er auf Twitter.

Auch Frankreich erwägt einen Militäreinsatz. Präsident Emmanuel Macron machte Assad für den mutmaßlichen Giftgasangriff in der Stadt Duma am Wochenende verantwortlich und erklärte, es gebe einen Beweis für den Einsatz von Chemiewaffen durch die syrische Regierung. Er kündigte erneut eine Reaktion Frankreichs an, ohne sich jedoch auf einen Zeitraum festzulegen.
 

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