Affenpocken

Ausbreitung schreitet voran

So gefährlich sind Affenpocken wirklich

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Globale Angst vor Affenpocken – auch Österreich bereitet sich auf ersten Fall vor.

Wien. Kanada und USA, Australien und etliche Länder in Europa – auf der ganzen Welt tauchen die Affenpocken auf, halten die Menschen in Atem. „Die punktuell gleichzeitige Ausbreitung in verschiedenen Ländern ist schon überraschend“, meint Virologe Norbert Nowotny. In Schweden wurden Affenpocken bereits als „gemeingefährliche Krankheit“ eingestuft. Doch wie gefährlich ist sie wirklich? „Die Sterberate liegt bei einem Prozent“, meint Nowotny. In den meisten Fällen leiden die Betroffenen an hohem Fieber (38,5–40,5 Grad), Kopf-, Rücken- und Halsschmerzen. Nach drei Tagen bilden sich Ausschläge, erst im Gesicht. Sobald die Krankheit ausbricht, ist sie zwischen Mensch und Mensch auch in Tröpfchenform übertragbar – davor überwiegend durch engen Kontakt, also Sex oder Blut.

Österreich bereitet sich auf Contact Tracing vor

  • Wer ist betroffen? Prinzipiell kann es jeden treffen. Aber: „Alle unter 40-Jährigen sind empfänglicher“, so Nowotny. Grund: Bis 1980 war die Pockenimpfung verpflichtet. „Alle damals geimpften haben gegen Affenpocken einen Schutz von 85 Prozent“, sagt Nowotny. Dass aktuell vermehrt Homosexuelle betroffen sind, bezeichnet er als „Zufall“.
  • Wie bereitet sich Österreich vor? In Deutschland gibt es schon einen bestätigten Fall, hierzulande nicht. Doch das Gesundheitsministerium bereitet sich auf den Ernstfall vor, richtet ab heute Contact-Tracing-Maßnahmen ein. „Es ist enorm wichtig, da gleich zu handeln“, warnt Nowotny. Im Falle einer Erkrankung wird die Person im Hochsicherheitsspital Favoriten untergebracht.
  • Wie werden Affenpocken behandelt? Eine spezielle, zugelassene Impfung gibt es nicht. Aber: Die 1980 ausgesetzte Pockenimpfung „schützt gegen alle Pockengruppen“, sagt Nowotny.

  

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