"Sojus-Kapsel" mit Fruchtfliegen gelandet

Raumfahrt

"Sojus-Kapsel" mit Fruchtfliegen gelandet

Um 4 Uhr 27 MESZ landeten die drei Raumfahrer in der kasachischen Steppe.

Mit einem Schwarm Fruchtfliegen im Gepäck sind drei Raumfahrer nach gut fünf Monaten im All von der Internationalen Raumstation ISS wieder weich auf der Erde gelandet. Die "Sojus"-Kapsel mit der US-Astronautin Catherine Coleman, dem russischen Kosmonauten Dmitri Kondratjew und dem Italiener Paolo Nespoli schlug am Dienstag um 4.27 Uhr (MESZ) in der Steppe Kasachstans auf. Das teilte das Flugleitzentrum in der Nähe von Moskau nach Angaben der Agentur Itar-Tass mit. Die etwa 100 Fruchtfliegen würden nach den Experimenten in der Schwerelosigkeit nun untersucht.

Dem Raumfahrer Nespoli sei bei der Landung schwindelig gewesen, doch seien Blutdruck und Puls sowie andere Werte im Bereich der Norm, sagte der leitende Arzt Wjatscheslaw Rogoschkin. "Das ist eine individuelle Besonderheit. Bei den anderen beiden gab es überhaupt keine Bedenken", sagte Rogoschkin. Die Kapsel hatte fünf Stunden zuvor von der ISS in rund 350 Kilometern Höhe über der Erde abgedockt. Auf dem Außenposten der Menschheit hatten die drei Raumfahrer seit Mitte Dezember gearbeitet.

Rückreise wurde live übertragen
Nach Angaben der Raumfahrtbehörde Roskosmos wurde erstmals die gesamte Rückreise live zur Erde übertragen. Die "Sojus"-Kapsel landete 147 Kilometer östlich der kasachischen Stadt Dscheskasgan in dem zentralasiatischen Land. Wissenschafter brachten einen Behälter mit Fruchtfliegen zur Untersuchung in ein Labor. Forscher wollen nun analysieren, wie sich die Bedingungen der Weltraums - also etwa Schwerelosigkeit und Strahlung - auf das Erbgut auswirkten.

An Bord der ISS halten weiter die Russen Andrej Borissenko und Alexander Samokutjajew und der NASA-Astronaut Ronald Garan sowie sechs Raumfahrer, die mit dem US-Shuttle "Endeavour" zur Raumstation gereist waren, Wache. Die Rückkehr der Raumfähre zur Erde ist für den 1. Juni geplant. Weil die USA ihre Raumschiffe ausmustern, übernehmen die Russen mit ihren "Sojus"-Kapseln bis 2016 alle bemannten ISS-Reisen.

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