In der bei Touristen beliebten Region Patagonien im Süden Argentiniens toben schwere Waldbrände.
Es handle sich um eine der schwersten Umweltkrisen, die die Provinz Chubut je erlebt habe, sagte Gouverneur Ignacio Torres dem Radiosender Radio Mitre. "Jedes Jahr gibt es Brände, ob versehentlich oder vorsätzlich, aber jetzt wächst jeder Brandherd exponentiell und ist nur sehr schwer zu kontrollieren", so Torres. Zudem erlebe die Region derzeit "die größte Dürre seit 1965".
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Rund 12.000 Hektar seien von den Flammen zerstört worden und damit mehr als doppelt so viel wie am Vortag gemeldet, berichtete die Zeitung "Clarín" unter Berufung auf die zuständige Provinzbehörde für Waldbrandbekämpfung. Hohe Temperaturen und starke Winde erschweren die Löscharbeiten. Berichten zufolge wurden in den vergangenen Tagen bereits rund 3.000 Touristen in Sicherheit gebracht.
Regierung: Brandstiftungen durch radikale Gruppen
Die argentinische Regierung geht nach eigenen Angaben davon aus, dass die Brände vorsätzlich gelegt worden sind. Erste Hinweise deuteten darauf hin, dass radikale Gruppen aus dem Umfeld des indigenen Volks der Mapuche für die Brandstiftungen verantwortlich sein könnten.
Radikale Mapuche-Gruppen kämpfen im Süden Argentiniens und Chiles seit Jahrzehnten für die Rückgabe ihrer Ländereien. Dabei kommt es immer wieder zu Brandanschlägen, Landbesetzungen und Auseinandersetzungen mit Sicherheitskräften. Historisch leisteten die Mapuche den spanischen Eroberern besonders lange Widerstand und verfügten bis ins 19. Jahrhundert hinein über ein eigenes Territorium.