Terror in Manchester: Mann sticht Passanten mit Messer nieder

Drei Verletzte

Terror in Manchester: Mann sticht Passanten mit Messer nieder

Festgenommener soll drei Menschen mit einem Messer an einem Tram-Bahnsteig verletzt haben. 

Die Polizei geht bei der Messerattacke am zentralen Bahnhof in Manchester am Montagabend mit drei Verletzten von einem terroristischen Hintergrund aus. Das teilte die Greater Manchester Police am Dienstag mit.

Einsatzkräfte hatten Montagabend einen Mann am Bahnhof Victoria in Manchester festgenommen. Er soll zuvor drei Menschen mit einem Messer an einem Tram-Bahnsteig verletzt haben. Die Anti-Terror-Einheit hatte die Ermittlungen übernommen. Nach Angaben der Zeitung "Manchester Evening News" berichteten Augenzeugen, der Angreifer habe "Allah" gerufen.

 

Angreifer rief während der Tat "Allah"

Der mutmaßliche Angreifer hatte die Tat nach Angaben des 38-jährigen Augenzeugen Sam Clack mit Bombenangriffen auf "andere Länder" begründet. "So lange ihr weiterhin andere Länder bombardiert, wird diese Art von Mist weiter passieren", sagte der Verdächtige nach Angaben des Augenzeugen. Der Angreifer habe vor und während der Tat "Allah" gerufen. Clack ist Mitarbeiter des britischen Radiosenders BBC.
 
Eine Frau und ein Mann, beide zwischen 50 und 60 Jahre alt, wurden mit Stichverletzungen im Unterleib und teilweise auch im Gesicht ins Krankenhaus eingeliefert. Ein Polizeibeamter wurde wegen einer Stichwunde an der Schulter behandelt, kurz darauf aber wieder aus dem Krankenhaus entlassen, wie es in einer Mitteilung der Polizei hieß. Die Verletzungen seien nicht lebensgefährlich.
 

Wohnung des Verdächtigen untersucht

Derzeit werde die Wohnung des Verdächtigen in Manchester durchsucht, sagte ein Polizeisprecher bei einer Pressekonferenz am Vormittag. Premierministerin Theresa May dankte in einer Mitteilung den Einsatzkräften. "Meine Gedanken sind bei denen, die bei der mutmaßlichen Terrorattacke gestern Abend in Manchester verletzt wurden", so May.
 
Einem Augenzeugen zufolge hatte der Angreifer mit einem großen Küchenmesser auf seine Opfer eingestochen, wurde aber rasch von herbeieilenden Polizisten mithilfe von Pfefferspray und einem Elektroschocker überwältigt. In einem kurzen Video, das der Fernsehsender BBC zeigte, war zu sehen, wie mehrere Beamte einen Mann am Boden fixierten.
 

Angreifer in Polizeigewahrsam 

Die Untersuchung werde von Anti-Terror-Ermittlern geleitet, unterstützt von der Polizei des Großraums von Manchester. Der Angreifer sei weiter in Gewahrsam, eine Wohnung im Stadtteil Cheetham Hill sei durchsucht worden.
 
Hopkins sprach von einer "entsetzlichen Attacke". Bei der Messerattacke waren am Silvesterabend drei Menschen verletzt worden. Ein Mann und eine Frau, beide über 50 Jahre alt, hätten "ernste" Stichverletzungen im Unterleib und teilweise auch im Gesicht erlitten und würden weiter im Krankenhaus behandelt. Ein Polizist sei an der Schulter verletzt worden, er sei kurz darauf aber wieder aus dem Krankenhaus entlassen worden.
 
Der Vorfall ereignete sich laut Polizei am Montagabend in der Nähe der Victoria-Station, während zahlreiche Feierlustige dem neuen Jahr entgegenfieberten. Bei der Polizei ging kurz vor 21.00 Uhr (Ortszeit, 22.00 Uhr MEZ) ein Notruf ein.
 

BBC-Mitarbeiter wurde Augenzeuge

Ein Mitarbeiter des britischen Radiosenders BBC wurde Augenzeuge des Angriffs. Zunächst habe er einen "Furcht einflößenden Schrei" gehört, sagte Sam Clack. Dann sei der mutmaßliche Täter auf ihn zugelaufen. "Ich schaute nach unten und sah, dass er ein Küchenmesser mit einem schwarzen Griff und einer gut 30 Zentimeter langen Klinge hatte." "Es war nur Angst, nackte Angst", sagte Clack weiter. Sicherheitskräfte hätten einen Elektroschocker und Pfefferspray gegen den Angreifer eingesetzt. Dann seien "sechs oder sieben" Polizisten auf den Mann gesprungen und hätten ihn überwältigt. Bei dem Angriff äußerte sich der Mann laut Clack auch zu seinen Motiven. "So lange ihr weiterhin andere Länder bombardiert, wird diese Art von Mist weiter passieren", sagte der Verdächtige demnach. Er habe vor und während der Tat "Allah" gerufen. Bisher hat noch keine extremistische Gruppierung die Tat für sich reklamiert.
 
Regierungschefin Theresa May dankte den Einsatzkräften für ihre "mutige Antwort". "Meine Gedanken sind bei denjenigen, die in der vergangenen Nacht bei dem mutmaßlichen Angriff in Manchester verletzt wurden", schrieb sie im Kurzbotschaftendienst Twitter.
 
Die zentrale Silvesterparty in Manchester wurde trotz des Angriffs wie geplant fortgesetzt. Allerdings wurden die Sicherheitsvorkehrungen verstärkt.
 
"Wir überprüfen seinen geistigen Gesundheitszustand angesichts dessen, wie irre und willkürlich die Attacke war", zitierte die britische Nachrichtenagentur PA einen Polizeisprecher.
 
Ein Faktor bei den Ermittlungen sei auch die räumliche Nähe zum Ort des Bombenattentats von 2017, hieß es. Am 22. Mai 2017 hatte ein islamistischer Selbstmordattentäter 22 Besucher eines Popkonzerts in der direkt an die Victoria Station angrenzenden Manchester Arena in den Tod gerissen. Unter den Opfern waren viele Kinder und Jugendliche. Hunderte Menschen wurden verletzt.
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