Barcelona

Terror in Barcelona

Terror-Krieg gegen Touristen

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Die IS-Killer planten weitere Anschläge.

Punkt 12 Uhr stand am Freitag Barcelona still. Schweigeminute für die Opfer des Terrors. Tausende versammelten sich mit König Felipe und Premier Mariano Rajoy. Am Tag zuvor raste IS-Fanatiker Moussa Oukabir mit einem Fiat-Kleinlaster über die Flaniermeile La Rambla. Im Zickzackkurs wollte er so viele Menschen wie möglich töten. 14 starben, rund 100 weitere wurden verletzt. Auch eine junge Österreicherin wurde gerammt. Sie ist im Krankenhaus behandelt worden, konnte aber schon wieder entlassen werden.

Unter den Opfern auch ein 35-jähriger italienischer Familienvater. Er ist vor den Augen seiner Kinder getötet worden: „Er wurde vom Auto frontal gerammt“, erzählt seine Frau. An der Hand habe er seinen fünfjährigen Sohn gehabt. Die einjährige Tochter war am Arm der Mutter. Den Buben habe sie noch rechtzeitig wegziehen können, ihren Mann nicht.

Terrorzelle. Die IS-Killer planten offensichtlich nicht nur die Todesfahrt in Barcelona. Sie wollten in ganz Spanien Touristen treffen, das Land mit Terror überziehen. Schon am Mittwochabend gab es in Alcanar, 200 Kilometer südlich von Barcelona, eine heftige Gasexplosion. Ein Mann wurde getötet. Offensichtlich hat sich der Attentäter beim Bau von Höllenmaschinen selbst in die Luft gejagt. 20 Gasflaschen waren in dem Haus. Polizeichef Josep Lluís Trapero versicherte, dass es „klare“ Verbindungen von Alcanar mit dem Anschlag im Zentrum von Barcelona gibt.

Tödliche Schüsse. Stunden nach der Todesfahrt von Barcelona wollten IS-Killer auch im katalanischen Badeort Cambrils ein Blutbad anrichten. Das konnten die spanischen Polizisten allerdings verhindern. Gegen Mitternacht rasten die Attentäter auf der Strandpromenade Paseo Maritimo entlang und rammten mehrere Fußgänger. Panik. Menschen sprangen auf Außenterrassen von Bars und Restaurants. Sieben Urlauber wurden verletzt, auch ein Polizist. Eine Frau starb. Das Terror-Auto, ein Audi, wurde von der Polizei gestoppt und überschlug sich.

Danach eröffneten die Polizisten das Feuer. Schüsse peitschten durch die Nacht. Vier Terroristen starben vor Ort im Kugelhagel, der fünfte erlag kurze Zeit später im Krankenhaus seinen Verletzungen – einer der toten Attentäter ist der Terror-Lenker Moussa Oukabir.

IS-Terrorzelle. Die Täter gehörten zu einer IS-Terror­zelle. Der Gruppe sollen zwischen acht und zwölf Männer angehört haben. Sie sollte für den IS mehrere spanische Urlaubsorte mit Terror überziehen.

Am gestrigen Abend herrschte dann noch einmal kurz Panik: Ein Riesen-Feuer beim Flughafen Barcelona alarmierte die Einsatzkräfte. Baldige Entwarnung: Ein Industriegebiet hatte lichterloh gebrannt. Zum Glück kein neuer Terroranschlag.

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