War nicht Mörder

Todesurteil zwei Tage vor Vollstreckung aufgehoben

Die Gouverneurin des US-Bundesstaates Alabama hat ein Todesurteil gegen einen 75-Jährigen zwei Tage vor der geplanten Vollstreckung aufgehoben.  

Die republikanische Gouverneurin Kay Ivey wandelte nach eigenen Angaben das Todesurteil gegen Charles "Sonny" Burton am Dienstag (Ortszeit) in lebenslange Haft ohne Bewährung um. Burton hatte am Donnerstag per Stickstoff hingerichtet werden sollen.

Burton ist einer von sechs Männern, die 1991 an einem Raubüberfall auf ein Geschäft in Talladega in Alabama beteiligt waren, bei dem ein Kunde getötet wurde. Die Ermittlungen ergaben, dass Burton nicht den tödlichen Schuss abgefeuert hatte, dennoch wurde er als Mittäter wegen Mordes 1992 zum Tode verurteilt.

War nicht der Schütze

Ivey erklärte nun, es wäre "ungerecht", Burton hinzurichten. Er habe das Opfer nicht erschossen, den Schützen nicht angewiesen, das Opfer zu erschießen und das Geschäft zum Zeitpunkt des Schusses bereits verlassen gehabt. Der tödliche Schuss war von einem Mann namens Derrick DeBruce abgegeben worden. Er war ebenfalls zum Tode verurteilt worden, seine Strafe wurde jedoch in lebenslange Haft ohne Bewährung umgewandelt, und er starb später im Gefängnis.

Es ist nun das zweite Mal, dass Ivey seit ihrem Amtsantritt als Gouverneurin im Jahr 2017 die Todesstrafe gegen einen Häftling aufgehoben hat. Seit ihrem Amtsantritt wurden in Alabama 25 Todesurteile vollstreckt.

Nach Angaben der auf die Dokumentation von Todesstrafen spezialisierten Organisation Death Penalty Information Center (DPIC) wurden in den USA in diesem Jahr bisher fünf zum Tode verurteilte Menschen hingerichtet. In 23 der 50 US-Bundesstaaten wurde die Todesstrafe abgeschafft. In drei weiteren - Kalifornien, Oregon und Pennsylvania - gilt ein Moratorium für Hinrichtungen.

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