Alternative zu Nafta

Trump erwägt Handelsabkommen mit Mexiko

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Handelsstreit mit USA: IWF-Chefin Lagarde warnt vor Eskalation.

US-Präsident Donald Trump erwägt als Alternative zum bisherigen nordamerikanischen Freihandelsabkommen Nafta eine separate Vereinbarung mit Mexiko. Die künftigen Wirtschaftsbeziehungen zum zweiten Nafta-Partner Kanada könnten eventuell später geklärt werden, so Trump am Mittwoch in Washington. Es habe bereits sehr gute Gespräche über einen Handelsvertrag mit dem neuen mexikanischen Präsidenten Andres Manuel Lopez Obrador gegeben.

Vorige Woche hatte sich Außenminister Mike Pompeo mit dem künftigen mexikanischen Staatschef getroffen. Die USA, Mexiko und Kanada verhandeln seit Monaten über eine Nafta-Reform. Trump sieht die USA durch das bisherige Abkommen benachteiligt und hat mit einem Ausstieg gedroht. Der Linksnationalist Lopez Obrador hatte nach seinem Wahlsieg ebenfalls Interesse an guten Handelsbeziehungen zum Nachbarn im Norden bekundet.

Warnungen vor Eskalation

Im internationalen Handelsstreit mehren sich eine Woche vor dem Besuch von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker in Washington die Warnungen vor einer Eskalation. IWF-Chefin Christine Lagarde schrieb am Mittwoch in einem Blog, die negativen Auswirkungen würden die USA wohl am stärksten treffen. Auch US-Notenbankchef Jerome Powell äußerte sich über ein Ausufern des Handelsstreits mit immer neuen Zöllen besorgt. "Wenn dies zu einer protektionistischeren Welt führt, wäre das schlecht für unsere Wirtschaft", sagte Powell. Um Optimismus bemühte sich US-Wirtschaftsberater Larry Kudlow. Er erwarte, dass Juncker eine "sehr wichtige Freihandelsofferte" unterbreiten werde.

Juncker will Trump bei seinem Besuch in Washington mit Fakten überzeugen. Er habe seinen Ansatz gegenüber Trump schon beim G-7-Treffen in Kanada dargelegt und werde die europäischen Argumente immer wieder wiederholen, sagte Juncker am Mittwoch in Brüssel. "Es geht nicht um Falschnachrichten, es geht um objektive Fakten." Für kommenden Mittwoch (25. Juli) ist ein Treffen zwischen Juncker und Trump in Washington geplant. Schwerpunkt der Gespräche soll die Frage sein, wie sich transatlantische Handelsbeziehungen und wirtschaftliche Partnerschaft verbessern lassen. "Ich fahre dahin heiter und gelassen", sagte Juncker.

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