Ein Überblick über die Länder, denen der US-Präsident Drohungen ausrichtet.
Washington/Bogota. Nach dem spektakulären US-Militäreinsatz zur Festnahme von Venezuelas autoritärem Staatschef Nicolás Maduro setzt US-Präsident Donald Trump das südamerikanische Land weiter unter Druck. Mit erster Wirkung: Die geschäftsführende Präsidentin Delcy Rodríguez, die sich nach dem US-Angriff zunächst unbeugsam gezeigt hatte, signalisiert Bereitschaft zur Kooperation mit Washington. Doch Venezuela ist nicht das einzige Land, dem der US-Präsident Drohungen ausrichtet. Ein Überblick:
Kolumbien
Folgt Kolumbien auf Venezuela? Über das Nachbarland Venezuelas sagte Trump, es sei "sehr krank" und werde von einem "kranken Mann" regiert, der es liebe, "Kokain zu produzieren und es in die Vereinigten Staaten zu verkaufen". Das werde er "nicht mehr lange machen", sagte Trump - ohne ins Detail zu gehen, was er konkret damit meinte.
Der US-Präsident hatte Kolumbiens Staatschef Gustavo Petro zuvor bereits mehrfach heftig kritisiert. Auf die Nachfrage einer Journalistin, ob es einen Militäreinsatz gegen Kolumbien geben werde, sagte Trump nun: "Das klingt für mich gut."
Iran
Angesichts von Berichten über Tote bei den jüngsten regierungskritischen Protesten im Iran drohte Trump nun auch der Führung in Teheran erneut mit einem Eingreifen. Die USA beobachteten die Proteste sehr genau, sagte Trump während eines Flugs nach Washington vor Journalisten. "Wenn sie damit anfangen, Leute zu töten, wie sie es in der Vergangenheit auch getan haben, dann werden sie, denke ich, von den Vereinigten Staaten sehr hart getroffen werden", sagte Trump. "Wir beobachten das sehr genau." Unklar blieb, welche Schritte die USA möglicherweise erwägen.
Grönland
Immer wieder äußert sich Trump auch zu Grönland. Zuletzt sagte er am Sonntagabend (Ortszeit) erneut, "wir brauchen Grönland mit Blick auf die nationale Sicherheit". Die Insel sei von großer strategischer Bedeutung, sei aktuell aber von russischen und chinesischen Schiffen umgeben. "Dänemark wird das nicht schaffen, das kann ich Ihnen sagen", sagte Trump. Auch für die Europäische Union sei klar, dass die USA Grönland "haben" sollten, behauptete Trump. Grönland ist ein autonom verwaltetes Gebiet in der Arktis, das zu Dänemark gehört.
Kanada
Auch Kanada hat Trump mit Drohungen konfrontiert, hauptsächlich im Bereich Handel (Strafzölle auf Stahl, Aluminium, Autos) und im politischen Diskurs, indem er eine "Fusion" mit Kanada vorschlug. Das wurde als Druckmittel und Angriff auf die kanadische Souveränität interpretiert und führte zu einer negativen Haltung vieler Kanadier gegenüber den USA. Kanada gilt neben China und Mexiko als eines der Hauptziele seiner aggressiven Handelspolitik.
Kuba
Mit Blick auf Kuba war es US-Außenminister Marco Rubio, der sich zuletzt zu der dortigen Regierung äußerte. Er bezeichnete die Regierung in Kuba als "riesiges Problem". Das sagte er dem US-Sender NBC News auf die Frage, ob nach dem US-Angriff auf Venezuela nun Kuba folge. Zwar wolle er nicht über zukünftige Schritte der US-Regierung mit Blick auf Kuba sprechen. "Aber ich denke, es ist kein Geheimnis, dass wir keine großen Fans des kubanischen Regimes sind." Dieses habe Venezuelas nun entmachteten Staatschef Nicolás Maduro unterstützt, sagte Rubio weiter.
Kuba wird seit dem Sieg der Revolution 1959 autoritär regiert. Die Kommunistische Partei kontrolliert Staat, Wirtschaft und Gesellschaft. Die Beziehungen zwischen Havanna und Washington sind seit Jahrzehnten angespannt. Schritte zu einer vorsichtigen Annäherung unter US-Präsident Barack Obama hat Donald Trump wieder rückgängig gemacht.
Mexiko
Nur wenige Stunden nach dem US-Einsatz in Venezuela stellte Trump die Autorität von Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum infrage. Diese hatte US-Einsätze gegen Drogenkartelle in ihrem Land abgelehnt. "Sie regiert Mexiko nicht, das tun die Kartelle. Wir müssen mit Mexiko etwas tun", sagte der US-Präsident.
Panama
Trump droht mit einer Übernahme des Panamakanals. Der Republikaner erklärte bereits mehrfach, die USA würden den 1999 an Panama übergebenen Kanal "zurückholen". Er behauptete, Panama habe die ursprünglichen Verträge verletzt. Er begründete dies mit seiner Behauptung, China kontrolliere die Wasserstraße und die USA würden durch zu hohe Gebühren benachteiligt. Er schloss auch den Einsatz militärischer Gewalt nicht aus, um die Kontrolle über den Kanal zu erlangen.